Gelände von Gitter abgesperrt (Foto: SWR)

Truppenübungsplatz bald denkmalgeschützt? Stegskopf im Westerwald soll Kulturerbe werden

Das Lager auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Stegskopf im Westerwald soll offenbar unter Denkmalschutz gestellt werden. Das bestätigte der Ortsbürgermeister von Emmerzhausen, Heinz Dücker.

Zuvor hatte der Verein "Naturschutz-Initiative" darüber berichtet und entsprechende Pläne der zuständigen Generaldirektion Kulturelles Erbe veröffentlicht.

Umweltschützer begrüßen die Änderung

Die Naturschutz-Initiative zeigt sich erfreut darüber, dass das Lager des ehemaligen Truppenübungsplatzes am Stegskopf unter Denkmalschutz gestellt werden soll. Wenn das ehemalige Lager bei Emmerzhausen im Westerwald unter Denkmalschutz stehe, könne dort auch nicht, wie geplant, ein Logistikzentrum errichtet werden, heißt es von der Initiative. Das sei gut für die Natur. Wenn das Gelände unter Denkmalschutz gestellt wird, darf auf dem Gelände mit den ehemaligen Militärbaracken nichts mehr ohne Absprache mit der Denkmalschutzbehörde verändert werden.

Weg mit Bäumen und Häusern (Foto: SWR)
Logistizentrum oder Kulturerbe? Die Zukunft des Stegskopf ist derzeit ungewiss.

Eigentlich soll der frühere Lagerbereich auf dem Stegskopf mit seinen Baracken zu einem Logistikzentrum und zu einem Freizeitzentrum umgewandelt werden. Die Ortsgemeinde Emmerzhausen hofft dadurch auf neue Arbeitsplätze und mehr Gewerbesteuern.

Ortsbürgermeister hat Beschwerde eingereicht

Das Vorhaben der Generaldirektion Kulturelles Erbe hätten die Ortsgemeinde Emmerzhausen und die Kreisverwaltung Altenkirchen eiskalt erwischt, sagte Ortsbürgermeister Heinz Dücker dem SWR. Sollte der Lagerbereich aber unter Denkmalschutz gestellt werden, wäre die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Gelände so nicht mehr möglich. Damit würde das Gelände auch uninteressant für einen Investor werden. Das würde bedeuten, dass alle Planungen der letzten Jahre hinfällig wären.

Die Gemeinde hatte viele Hoffnungen darin gesetzt, das ehemalige Lager wirtschaftlich nutzen zu können, auch weil das riesige Gebiet Naturerbe ist und nicht zugänglich ist. Ortsbürgermeister Dücker selbst hat nach eigenen Angaben bereits eine Beschwerde gegen die Generaldirektion eingereicht.

Klarheit durch weitere Gespräche?

Noch Anfang der Woche wollen sich die Bürgermeister von der Orts- und Verbandsgemeinde treffen, um mit einem Verwaltungsrechtler zu beratschlagen, was diese Entwicklung bedeutet. Noch in dieser Woche ist noch ein weiteres Treffen geplant mit dem aktuellen Eigentümer des Geländes, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Ursprünglich wollte mal die Ortsgemeinde das Gelände selbst kaufen, um es an einen Investor weiterzugeben.

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