Rapsfeld (Foto: Imago, Julian Stratenschulte)

Trockener Sommer in Rheinland-Pfalz Bauern im Westerwald klagen über schlechte Ernte

Den meisten Bauern in Rheinland-Pfalz hat der trockene Sommer bis jetzt nicht so viel geschadet wie in anderen Teilen Deutschlands. Im Westerwald beklagen einige Landwirte aber große Ausfälle.

Das sonnige Wetter der vergangenen Wochen bringt für Gärtner und Landwirte nicht nur Vorteile, Getreide und Raps leiden unter dem Wassermangel. Bauer Matthias Augst in Helmenzen bei Altenkirchen ist beispielsweise nicht zufrieden mit seiner Raps-Ernte.

Bauer Matthias Augst ist unzufrieden mit seiner Raps-Ausbeute (Foto: SWR, Mathias Budzinski)
Bauer Matthias Augst ist unzufrieden mit seiner Raps-Ausbeute. Es sind deutlich weniger Körner pro Pflanze als normalerweise. Mathias Budzinski

Der 37-Jährige bemängelt vor allem, dass die Pflanzen nicht genug Körner tragen: "Die Körner, die da sind, sehen schön aus, aber es könnten ein paar mehr sein." Die Pflanze habe einfach nicht genug Wasser, um sich zu vermehren: "Pro Pflanze sind es in diesem Jahr rund 20 Körner, normalerweise sind es etwa doppelt so viele," sagt Augst. Am Rand des Feldes seien die Erträge allerdings ohnehin kleiner. In der Mitte sehe es sicher nicht ganz so schlimm aus, erklärt der Landwirt.

Rund ein Viertel weniger Raps als erwartet

Augst hat den Hof im Westerwald 2002 von seinem Vater übernommen: einen klassischen Gemischtbetrieb mit 60 Milchkühen und einer bewirtschafteten Fläche von etwa 200 Hektar - rund die Hälfte davon für Ackerbau. Die 20 bis 25 Prozent Ernteausfall beim Raps würden in der Gesamtbilanz natürlich fehlen, sagt Augst.

Rapskörner in der Hand (Foto: SWR, Mathias Budzinski)
20 bis 25 Prozent Ernteausfall beim Raps hat der Landwirt in diesem Jahr. Mathias Budzinski

Aber so schlimm wie im katastrophalen Sommer 2016 scheint es für Familie Augst diesmal nicht zu werden. Auch wenn der Raps für den Laien völlig verdörrt aussieht: "Das bedeutet nur, dass der Raps jetzt so gut wie abgereift ist und in den nächsten Tagen gedroschen werden kann."

Neue Geschäftsfelder für den Bauernhof

Die Pflanzen seien durch das mangelnde Wasser in eine sogenannte Notreife gegangen. "Dadurch rettet der Raps eben, was zu retten ist," sagt der Landwirt. Ein Motto, das irgendwie auch auf Augst selbst zutrifft.

Der Westerwälder will seinen Hof erweitern. Und zwar mit einem wetterunabhängigeren Geschäftsfeld: Eier und deren Produzentinnen. Augst plant Ende des Monats, einen mobilen Hühnerstall in Betrieb zu nehmen. 200 Hennen und zwei Hähne sorgen dann für Bio-Freiland-Eier und gute Laune beim Erntedankfest.

STAND