Blick auf die Burg Rheinfels und den Rhein (Foto: SWR)

Streit um Burgruine im Mittelrheintal Preußischer Prinz fordert Burg Rheinfels zurück

Wem gehört die Ruine der Burg Rheinfels über dem Rhein? Darüber streiten der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers und die Stadt St. Goar. Im Oktober geht der Fall vor Gericht.

Die Ruine der Burg Rheinfels thront hoch über dem Rhein gegenüber des weltberühmten Loreley-Felsens. Das Haus Hohenzollern erwarb die Burg unbestritten im 19. Jahrhundert. Doch die Deutschen hatten 1918 bekanntermaßen Wilhelm II. aus dem Hause Hohenzollern als letzten Deutschen Kaiser und König von Preußen verabschiedet.

Der direkte Nachfolger der Preußenkönige und heutige Chef der Hohenzollern, Prinz Georg Friedrich, erhebt bis heute Anspruch auf die Burg. Der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. hat nach Angaben eines Gerichtssprechers Klage gegen das Land Rheinland-Pfalz und das Romantik Hotel Schloss Rheinfels eingereicht, das neben der Ruine liegt. Er wolle als Erbe aus seiner Sicht das Grundbuch zu seinen Gunsten berichtigen.

Prinz sieht sich als Rechtsnachfolger

Der Rechtsstreit ist komplex. Prinz Georg Friedrich, der nach eigenen Angaben in seinem Pass als Nachnamen "Prinz von Preußen", stehen hat, beruft sich nach Angaben des Mainzer Kulturministeriums auf eine sogenannte Rückauflassungsvormerkung im Grundbuch für die Preußische Krongutsverwaltung in Berlin von 1924.

Eine Rückauflassungsvormerkung kann in bestimmten Fällen eine Rückübertragung eines Grundstücks an einen Alteigentümer ermöglichen. Die Krongutsverwaltung, die sich damals um das Vermögen des preußischen Königshauses nach dessen Beschlagnahmung kümmerte, übereignete die Burg Rheinfels an die Stadt St. Goar. Bedingung war, dass die Stadt die Burg nicht verkauft. 1998 schloss die Stadt einen Erbpachtvertrag mit der Schloss Rheinfels GmbH & Co. KG als Hotelbetreiberin für 99 Jahre.

Verlust der Ruine für St. Goar dramatisch

Das Land Rheinland-Pfalz sei der Klage des Prinzens entgegengetreten. "Ich habe das am Anfang für einen Aprilscherz gehalten", sagte der Stadtbürgermeister von St. Goar, Horst Vogt (CDU). Die Stadt St. Goar sei in dem Rechtsstreit aufseiten des beklagten Bundeslandes beigetreten. Ein Verlust der Burgruine wäre aus seiner Sicht dramatisch, schließlich hätten Land, Stadt und Hotelier dort bereits Millionen investiert.

Die Burg soll bei der angestrebten Bundesgartenschau 2029 oder 2031 im Mittelrheintal zu einem zentralen Schmuckstück werden. Noch ist die Anlage mit einem Gewirr von Tunneln hoch über dem Rhein jedoch ein Sanierungsfall, mehrere Bereiche sind aus Sicherheitsgründen für die Besucher gesperrt.

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