Mitarbeiter von Thyssenkrupp demonstrieren am 3. Dezember bei Thyssenkrupp Steel in Rheinhausen. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Marcel Kusch/dpa)

Streik in Duisburg Andernacher Rasselstein-Mitarbeiter bei Demo dabei

Tausende Stahlarbeiter des angeschlagenen Konzerns ThyssenKrupp haben in Duisburg demonstriert. Auch 400 Mitarbeiter des Andernacher Weißblechherstellers Rasselstein beteiligten sich an den Protesten.

Unter dem Motto "Ohne neues Geld sind wir am Ende" fordern sie Investitionen in die Standorte in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Andernfalls könne der größte deutsche Stahlkonzern mit der Konkurrenz nicht mehr mithalten. ThyssenKrupp will rund 6.000 der weltweit 160.000 Stellen streichen - davon rund 2.000 in der Stahlsparte.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Betriebsrat will Infos zu Tarifvertrag und Stellenabbau

Der Betriebsratsvorsitzende von Rasselstein in Andernach, Wilfried Stenz, forderte im Vorfeld Informationen vom Konzern, wie es nach der gescheiterten Fusion mit dem indischen Stahlkonzern Tata Steel im Frühjahr konkret weitergehen soll. Bislang sei nur klar, dass der aktuelle Tarifvertrag Ende des Monats ausläuft. Einen neuen gebe es bisher nicht. Deshalb seien die Mitarbeiter nicht ausreichend geschützt, sagte Stenz dem SWR.

Stenz forderte deshalb, dass es bis spätestens Ende Januar einen neuen Tarifvertrag geben soll. Außerdem müsse sich die Konzernführung zum geplanten Stellenabbau äußern: Die Mitarbeiter wüssten nicht, wann, wo und wie viele Stellen genau abgebaut werden sollen. Thyssenkrupp plant, allein im Stahlbereich mehr als 2.000 Stellen abzubauen.

Für den Standort Rasselstein in Andernach hatte der Konzern im Sommer eine Investition von rund 120 Millionen Euro in eine neue Beschichtungsanlage angekündigt.

Neue Halle für millionenschwere Beschichtungsanlage im Bau Fotos aus dem Rasselsteinwerk in Andernach

Mehrere große Rollen mit Stahlblech nebeneinander (Foto: SWR)
Das Weißblech aus der Produktion in Andernach wird unter anderem für Konserven- und Getränkedosen genutzt. Bild in Detailansicht öffnen
Bei Rasselstein in Andernach sind nach Unternehmensangaben rund 2.400 Menschen beschäftigt. Bild in Detailansicht öffnen
Bei Rasselstein in Andernach werden nach Unternehmensangaben jedes Jahr rund 1,5 Millionen Tonnen Verpackungsstahl hergestellt. Bild in Detailansicht öffnen
Die Millioneninvestition soll die Produkte des Weißblechherstellers Rasselstein in Andernach umweltfreundlicher machen und so für einen Wettbewerbsvorteil sorgen. Bild in Detailansicht öffnen
Die neue Anlage soll in zwei Jahren fertig sein, heißt es. Bild in Detailansicht öffnen
Die Großinvestition stärkt den Standort in Andernach, er sichert 250 Arbeitsplätze, heißt es vom Rasselstein-Betriebsrat. Bild in Detailansicht öffnen
Die neue Produktionsanlage ist nötig, weil die EU die Vorschriften für das Veredeln von Stahlblechen verschärft hat. Bild in Detailansicht öffnen
Die neue Veredlungsanlage von ThyssenKrupp in Andernach wird die modernste Produktionslinie ihrer Art sein. thyssenkrupp Rasselstein GmbH Bild in Detailansicht öffnen
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