So soll das Unkraut auf natürliche Weise weg: Eine Mini-Lkw sprüht 135 Grad heißen Wasserdampf auf die Pflanzen. (Foto: SWR)

Stadt Mayen setzt umweltfreundliche Methode ein Heißes Wasser statt Chemie gegen lästiges Unkraut

Die Stadt Mayen nutzt eine spezielle Maschine, um Unkraut auf öffentlichen Straßen und Plätzen zu vernichten. Das Fahrzeug funktioniert mit Wasserdampf und ist offenbar eine gute Alternative zu giftigen Unkrautvernichtern.

Dauer

Der kleine Lkw sieht so ähnlich aus wie eine Kehrmaschine. Nur vorne, wo normalerweise die Besen rotieren, strömen dicke Wasserdampf-Wolken aus dem Gerät. Die Maschine sehe nicht nur spektakulär aus, die Methode sei auch sehr wirkungsvoll, sagt Stadtgärtner Lars Assenmacher vom Mayener Grünflächenamt: "Der Wasserdampf zersetzt die Zellteile der Pflanze, die kann dadurch kein Wasser mehr aufnehmen und geht kaputt."

Kochend heißer Dampf

135 Grad ist das Wasser heiß, das in Mayen seit etwa sechs Wochen zum Beispiel auf die Pflastersteine im Museumspark der Genovevaburg gesprüht wird. Die Methode sei aufwendiger als vorher und müsse öfter wiederholt werden, sagt Assenmacher. Bis zu acht Stunden sitzt der Gärtner täglich in dem dampfenden Mini-Lkw. Aber einen entscheidenden Vorteil hat der Dampf: Wasser ist deutlich umweltfreundlicher als chemische Mittel - zum Beispiel Glyphosat.

In diesem Wasserkocher auf der Ladefläche des Mini-Lkw wird das Wasser auf 135 Grad erhitzt (Foto: SWR)
In diesem großen Wasserkocher auf der Ladefläche des Mini-Lkw wird das Wasser auf 135 Grad erhitzt.

E-Motor ist geplant

Gärtner Lars Assenmacher fühlt sich hinter dem Lenkrad wie ein Unkraut-Pionier: "Ich bin technikbegeistert. So was ist immer schöner, als etwas von Hand zu machen. Ich finde das ganz toll."

Im nächsten Schritt soll der Dieselmotor noch durch einen E-Motor ersetzt werden. Spätestens dann wird in Mayen das Unkraut nicht nur giftfrei, sondern auch klimaneutral bekämpft.

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