Der Eingang zur Staatsanwaltschaft Koblenz (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Ermittlungen ausgeweitet Ungeklärter Todesfall in Wohnheim in Baar-Wanderath

Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt wegen Misshandlungsvorwürfen in einem Wohnheim in Baar-Wanderath in der Eifel. Beschuldigt sind zwei Mitarbeiter. Jetzt geht es auch um einen ungeklärten Todesfall.

Die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Freiheitsberaubung und Körperverletzung gegen eine 49-Jährige und einen 62-Jährigen dauerten an und erstreckten sich auch auf den Tod einer Frau, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die 28-Jährige soll unter bislang ungeklärten Umständen im März 2016 gestorben sein.

Wie starb eine 28-Jährige?

Von der Staatsanwaltschaft Koblenz heißt es, die Ermittlungen seien ausgeweitet worden, weil frühere Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung "Case Project" im Kreis Mayen-Koblenz dazu eidesstaatliche Versicherungen abgegeben hätten. Nach aktuellen Recherchen eines RTL-Magazins hatte die gestorbene 28-Jährige zuvor krank gewirkt.

Laut einem Mitarbeiter habe die damalige Heimleiterin sie aber eine Simulantin genannt, ihr ein Glas Wasser verweigert und sie im Deeskalations-Raum eingeschlossen. Später sei sie Zeugen zufolge bewegungslos herausgezogen worden und gestorben - nach Angaben der Einrichtung eines natürlichen Todes. Zu blauen Flecken sei gesagt worden, die junge Frau sei die Treppe heruntergefallen.

Dauer

Ermittlungen bereits wegen anderer Vorwürfe

Das "Team Wallraff" von RTL hatte bereits im März 2019 im Fernsehen über Maßnahmen wie Essensentzug in dem Wohnheim für psychisch Kranke berichtet. Auch seien Zwangsaufenthalte in einem sogenannten Deeskalations-Raum ohne Tageslicht und Toilette angeordnet worden. Wegen dieser früheren Vorwürfe betreut die Einrichtung nach eigenen Angaben inzwischen keine Jugendlichen mehr, sondern nur noch rund 30 Erwachsene.

Noch keine Stellungnahme von "Case Project"

Die beschuldigten beiden früheren Bediensteten hätten sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert, so die Staatsanwaltschaft Koblenz. "Case Projekt" gab gegenüber der Nachrichtenagentur dpa keine Stellungnahme zu dem Todesfall ab, der Träger verwies auf die Staatsanwaltschaft.

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