Mann mahlt mit Mühle, Menschen dahinter (Foto: SWR, Bärbel Brüggmann)

Römerbergwerk Meurin Mahlen für die Wissenschaft in Kruft

"Du kannst forschen" - das neue Projekt des Römisch-Germanischen Museums in Mainz. In seiner Außenstelle im Römerbergwerk Meurin in Kruft können Laien zu Wissenschaftlern werden.

Antike Küchenmaschinen zum Leben zu erwecken. Wie kraftraubend das ist, haben Teilnehmer erfahren, die wie Römer und Kelten ihr Korn mahlen mussten – mit Muskelkraft.

Beim Mahlen muss einiges beachtet werden

Die Archäologin Martina Sensburg erklärt den Laien-Wissenschaftlern, wie man die Nachbauten der 2.000 Jahre Getreidemühlen bedient. Immerhin müssen 15 Kg schwere Basaltsteine mit einer Handkurbel gedreht werden. "Die Maßeinheit für die Menge des Kornnachschubs ist immer die eigene Hand, denn wenn zu viele Körner auf einmal reinkommen, mahlt die nicht mehr", erklärt sie.

Archäologin und Teilnehmer mit Mühle (Foto: SWR, Bärbel Brüggmann)
Archäologin Julia Weidemüller (links) überwacht den richtigen Ablauf des Experiments. Bärbel Brüggmann

Über ein Loch oben im Stein wird das Korn eingefüllt. Einer der Teilnehmer ist Rainer Pollig aus Ahrweiler. Ihm steht schon nach wenigen Drehungen der Schweiß auf der Stirn: "Das ist ziemlich krass aufwendig. Eine mühsame Angelegenheit, wenn man sich so sein Brot zubereiten muss." Interessiert hat sich Pollig schon immer für Archäologie. Besonders für die Römerzeit. "Ich selber habe im Vorgarten einer römischen Villa in Ahrweiler mein Haus errichtet und bin da beim Ausgraben einer Regenwassersisterne auf eine römische Münze gestoßen", erzählt er. Seither möchte Pollig mehr über das römische Leben erfahren und mahlt auch gerne Korn für die Wissenschaft.

Man mahlt mit Mühle (Foto: SWR, Bärbel Brüggmann)
"Mühsames Mahlen" - für Teilnehmer Rainer Pollig aus Ahrweiler. Bärbel Brüggmann

Dazu hat Archäologin Julia Weidemüller drei verschiedene Mühlen aufgebaut und überwacht den richtigen Ablauf des Experiments. "Wir haben unser Experiment so konzipiert, dass wir die Zeit stoppen und auch die Runden zählen, die die Mühle gedreht wird und da kann man dann eben nachvollziehen, wer braucht länger, wer ist schneller", sagt sie.

Der "menschliche Faktor" ist entscheidend

Welche Mühlen mahlen am leichtesten, wie viel Mehl ergibt das in fünf Minuten und in welcher Körnung - und wer hat da gedreht: "Zum Beispiel Gewicht, Größe, Geschlecht, um dann zu gucken, wirkt es sich aus, ob ein Mann oder eine Frau dreht zum Beispiel." Wichtig ist dabei den Wissenschaftlern - der menschliche Faktor: "Wir wurden auch schon öfter gefragt, warum macht ihr das nicht mit einer Maschine, aber die Maschine gibt uns ja nicht den menschlichen Faktor, den wir untersuchen wollen."

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