Eine stillgelegte Bahnstrecke (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/imageBROKER)

Reaktivierung oder Entwidmung? Hoffnung für Eifelquerbahn

In Rheinland-Pfalz könnten einige stillgelegte Bahnstrecken wieder in Betrieb genommen werden. Bevor es dazu kommt, ist es aber ein zäher Weg, wie das Beispiel der Eifelquerbahn zeigt.

Seit fast sieben Jahren herrscht Stille auf der rund 50 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Kaisersesch im Landkreis Cochem-Zell und Gerolstein im Landkreis Vulkaneifel. Nicht einmal eine Touristenbahn fährt noch auf diesem Abschnitt der Eifelquerbahn. Vor allem liegt das an der maroden Kyllbrücke bei Pelm.

Die Strecke der Eifel-Querbahn (Foto: SWR)
1991 wurde der Personennahverkehr auf der Eifelquerbahn eingestellt. 2012 auch der Güterverkehr. Bis 2012 gab es noch die Vulkan-Eifel-Bahn für Touristen.

Die Zugstrecke gehört zu den neun Strecken im Land, die laut einer Studie des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Allianz pro Schiene reaktiviert werden könnten. So ließen sich zahlreiche Lücken im Schienennetz schließen und die steigenden Passagierzahlen besser bewältigen. Auch der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht als Ziel vor, den Verkehr mehr auf die umweltfreundlichere Schiene zu verlagern.

Rund 40 Millionen Euro für Eifelquerbahn veranschlagt

Die rheinland-pfälzische Landesregierung verweist allerdings auf eine Kosten-Nutzen-Rechnung, wonach sich eine Reaktivierung der kompletten Eifelquerbahn nicht rentieren würde. Für sie würden etwa 41 Millionen Euro benötigt. Wenn es um Reaktivierungen in Rheinland-Pfalz geht, setzt das Land eher auf die "Weststrecke" bei Trier und die Strecke zwischen Homburg und Zweibrücken.

Doch in der Eifel will man so schnell nicht aufgeben. Einige Kommunen hatten sich dafür eingesetzt, die Strecke zumindest für den Touristenverkehr wieder fit zu machen. Selbst dafür würden geschätzte 24 Millionen Euro benötigt und die Kommunen müssten davon 15 Prozent tragen. Noch immer zu viel Geld.

Manche Kommunen hätten lieber einen stündlichen Verkehr für Pendler und können sich mit einer reinen Tourismuslösung wie bei der Brohltalbahn, die Sie im Video sehen, nicht anfreunden:

Die anliegenden Kommunen und Kreistage haben darum beschlossen, die Strecke zu kaufen, sofern sich kein anderer Bahn-Betreiber findet. Sollten die Kommunen und Kreistage zum Zuge kommen, würden sie eine Fahrradtrasse daraus machen.

Kosten für Reaktivierung zu hoch angesetzt?

Nach Angaben der Deutschen Bahn liegen die Investitionen für Touristikfahrten aber nur bei einer Million Euro für die Inbetriebnahme und rund sechs Millionen Euro für die Sanierung der Kyllbrücke. Das geht aus einer europaweiten Ausschreibung der Bahn hervor. Dabei sucht sie momentan Interessenten, die auf der Strecke touristische Fahrten anbieten möchten.

Auch zwei private Bahnanbieter kommen nach Recherchen des SWR Magazins Zur Sache Rheinland-Pfalz zu der Einschätzung, dass die Kosten deutlich niedriger liegen dürften als bislang angenommen. Sie setzen etwa auf einfache Warnschilder und Pfeifsignale an Bahnübergängen statt teurer Schranken oder Lichtsignale.

Dauer

Zu den bereits bekannten Interessenten gehören die Brohltalbahn, die den Vulkan Express in der Eifel betreibt und die Eifelbahn Verkehrsgesellschaft mbH mit der Kasbach- und Brexbachtalbahn. Sie wollen die Verbindung zunächst touristisch betreiben und später vielleicht in ein Tagesangebot für Pendler ausweiten. Ob einer der beiden Bahnanbieter den Zuschlag für den Kauf bekommt und damit die Pläne für den Fahrradweg hinfällig werden, ist noch unklar. Eine Entscheidung steht noch aus.

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