Der volle große Schwurgerichtssaal am Landgericht Koblenz, die Richter kommen rein, alle Anwesenden stehen auf (Foto: SWR)

Prozess am Landgericht Koblenz Neuer Anlauf für Shisha-Bar-Prozess in Koblenz

Zum Prozessauftakt am Wochenanfang war einer der 14 Angeklagten nicht erschienen, der Prozess konnte nicht losgehen. Beim zweiten Anlauf am Landgericht Koblenz sind nun alle Angeklagten erschienen.

Nach einem Überfall auf eine Shisha-Bar in Koblenz müssen sich 14 junge Männer vor Gericht verantworten. Weil einer der Angeklagten nicht zum Prozessauftakt am Montag erschienen war, musste der Prozess verschoben werden.

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Weil der fehlende Angeklagte weder durch die Polizei in seiner Wohnung angetroffen wurde, noch auf Anrufe reagierte, ordnete der zuständige Richter die Vertagung an. Als Grund gab der Angeklagte am Donnerstag vor Gericht an, am Montag verschlafen zu haben.

Staatsanwaltschaft verlas am Donnerstagvormittag die Anklage

Zum Prozesstag am Donnerstag die Staatsanwaltschaft mit der Anklageverlesung begonnen. Angeklagt sind die 14 Männer wegen besonders schweren Landfriedensbruchs und gemeinschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gehören die Hauptdrahtzieher einer rockerähnlichen Gruppierung namens Guerilla Nation Neuwied an. Der Überfall auf die Shisha Bar soll eine Racheaktion gewesen sein. Vorher soll der Besitzer bei einer Schlägerei mitgemacht haben, an der auch ein Mitglied dieser rockerähnlichen Gruppe beteiligt war. Laut Anklage sollten bei dem Überfall die Besitzer gezielt verletzt werden. Die meisten der 14 Angeklagten haben angekündigt im weiteren Prozessverlauf zu den Vorwürfen Stellung nehmen zu wollen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem gefährliche Körperverletzung vor.

Laut Staatsanwaltschaft hatten sich die Angeklagten vor der Tat am 3. Januar 2018 getroffen und waren maskiert und mit Schlagwerkzeugen bewaffnet zu der Shisha-Bar gegangen. Fünf mutmaßliche Täter sollen in die Bar eingedrungen sein und dort auf zwei Männer eingeschlagen haben. Ein weiterer Angeklagter habe eines der beiden Opfer mit einem Messer schwer verletzt.

Nach Anstifter wird noch gefahndet

Die Männer aus Deutschland, Syrien, der Türkei, Afghanistan und dem Irak teilten sich laut Anklage auf. Sieben von ihnen sollen den Überfall von außen abgesichert und mit ihren Schlagwerkzeugen auf Fassade und Fenster eingeschlagen haben.

Ein weiterer Angeklagter soll die Tat mit seinem Handy gefilmt haben. Nach dem mutmaßlichen Anstifter des Überfalls wird laut Staatsanwaltschaft noch gefahndet. Das Landgericht Koblenz hat noch weitere Verhandlungstage bis zum 11. Juli terminiert.

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