Drei der Angeklagten mit ihren Verteidigern beim Prozessauftakt vor dem Koblenzer Landgericht. (Foto: SWR)

Prozess vor dem Landgericht Koblenz Andernacher soll Sozialabgaben in Millionenhöhe veruntreut haben

Ein Bauunternehmer aus Andernach hat vor Gericht eingeräumt, massiv Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen zu haben. Allerdings ist der Schaden deutlich geringer als zunächst bekannt.

Zu Beginn des Verfahrens vor dem Landgericht Koblenz legte der angeklagte Bauunternehmer ein Geständnis ab. Er gab zu, zwischen 2008 und 2012 etwa 100 seiner Mitarbeiter zum Teil schwarz bezahlt zu haben. Grund sei die drohende Insolvenz seines Unternehmens gewesen.

Schaden deutlich geringer als zunächst bekannt

Damit hatte der Mann laut Staatsanwaltschaft für diese Mitarbeiter auch keine Beiträge für die Sozialversicherungen abgeführt. Ihnen wurde auch der Arbeitnehmer-Anteil nicht von ihrem Lohn abgezogen. In dem Verfahren ging es daher um einen Schaden für die Sozialkassen zwischen vier und fünf Millionen Euro.

Der Hauptangeklagte mit seinem Verteidiger beim Prozessauftakt vor dem Koblenzer Landgericht. (Foto: SWR)
Der Hauptangeklagte mit seinem Verteidiger beim Prozessauftakt vor dem Koblenzer Landgericht.

Das ist deutlich geringer, als zunächst angenommen: Das Landgericht Koblenz hatte im Vorfeld des Verfahrens mitgeteilt, der Schaden betrage mehr als 50 Millionen Euro. Das Gericht stellte dem Angeklagten wegen seines Geständnisses eine schnelle Entscheidung in Aussicht. Die Haftstrafe werde wahrscheinlich unter drei Jahren liegen, sagte der Vorsitzende Richter.

Auch Mitangeklagter legt Geständnis ab

Mitangeklagt waren ursprünglich noch drei andere Bauunternehmer aus der Region, die falsche Rechnungen ausgestellt und so die Schwarzarbeit gedeckt haben sollen. Gegen zwei von ihnen wurde das Verfahren am Donnerstag eingestellt. Der Dritte legte ebenfalls ein Geständnis ab. Er kann nach Angaben des Gerichts voraussichtlich mit einer Strafe von anderthalb Jahren rechnen, die zur Bewährung ausgesetzt wird.

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