Viele Akten auf einem Richtertisch am Landgericht Koblenz (Foto: picture-alliance / dpa)

Prozess vor dem Koblenzer Landgericht Bekannten im Suff erschlagen?

Ein 50-Jähriger soll in Bad Ems einen Bekannten mit einer Flasche erschlagen haben, möglicherweise im Streit um Alkohol. Beim Prozessauftakt schwieg der Angeklagte.

Der Angeklagte äußerte sich am Donnerstagvormittag nicht zu den Vorwürfen. Der gebürtige Russe verweigerte sogar Angaben zu seiner Person. Er behauptete, er könne trotz einer Dolmetscherin weder den Richter noch die Staatsanwältin verstehen. Beide hätten zudem seinen Vornamen und Geburtsort falsch ausgesprochen. Die Staatsanwaltschaft hat ihn wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt.

Ist der Angeklagte vermindert schuldfähig?

Nach ihren Ermittlungen stritten die beiden betrunkenen Männer im November 2017 in einer Wohnung in Bad Ems über die Frage, wer von ihnen weitere alkoholische Getränke kaufen sollte.

Dabei soll der Angeklagte seinen Bekannten mit Faustschlägen und einer Flasche geschlagen und erkennbar lebensgefährlich verletzt haben.Trotzdem soll der 50-Jährige keine Hilfe gerufen haben, so die Anlage. Sein Bekannter starb an seinen Verletzungen.

In dem Prozess vor dem Landgericht Koblenz soll ein Sachverständiger klären, inwieweit der Angeklagte wegen seines Alkoholkonsums vermindert schuldfähig gewesen sein könnte.

Prozess wird Anfang Juli fortgesetzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagte zudem auch Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte bei der Zwangsräumung seiner eigenen Wohnung im August 2017 in Bad Ems vor. Der erste Zeuge, ein Polizist, schilderte am Donnerstag, wie sich der unter Betreuung stehende und als gewaltbereit geltende Mannes dagegen wehrte. Dessen ebenfalls dort wohnende, kranke Mutter habe ihren Sohn aber beruhigen können.

Der Anwalt des Angeklagten sagte, die Zwangsräumung sei untypisch gewesen. Die kranke Mutter sei auf einem Campingplatz gelandet, obwohl laut Ordnungsamt angeblich eine Sozialwohnung bereit gestanden habe, und der gesetzliche Betreuer des 50-Jährigen sei nicht hinzugezogen worden. Der Prozess soll am 5. Juli fortgesetzt werden.

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