JVA Diez (Foto: SWR)

Landgericht verurteilt fünf Angeklagte Bewährungsstrafen nach Drogenschmuggel in die JVA Diez

Das Landgericht Koblenz hat fünf Männer zu Bewährungsstrafen verurteilt, die Drogen und Handys in das Gefängnis in Diez geschmuggelt hatten.

Die Richter am Koblenzer Landgericht sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagten einige Monate lang kleinere Mengen Amphetamin, Cannabis, Heroin, Kokain sowie Kräutermischungen in die JVA Diez geschmuggelt hatten. Darüber hinaus hatten sie das Einschmuggeln von Handys veranlasst.

Vier der Männer befanden sich zu Prozessbeginn im Januar noch in der Sicherungsverwahrung, die an die JVA Diez angeschlossen ist. Der fünfte Angeklagte, ein ehemaliger Häftling, hatte von draußen mit ihnen zusammengearbeitet.

Ehemaliger Beamter war Mittäter

Laut Anklage hatte ein Gefängnisbeamter acht Handys sowie die Drogen im Auftrag der Angeklagten in die JVA geschmuggelt. Er ist bereits vom Amtsgericht Diez zu einer Strafe verurteilt worden und hat seinen Job im Gefängnis verloren. Weil vier der fünf Verurteilten bereits längere Zeit in Untersuchungshaft saßen, sei ihre Strafe damit abgegolten, heißt es vom Gericht. Es verurteilte den fünften Mann zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung.

Drogen über den Zaun der JVA geworfen

Ein Teil der Drogen wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft über die Gefängnismauer geworfen. Bei einem der angeklagten Sicherungsverwahrten sei ein Tütchen mit Rauschgift im Mund gefunden worden. Einer der Angeklagten habe bei einem begleiteten Ausgang in einem Limburger Kaufhaus ein Drogenpäckchen heimlich zugesteckt bekommen.

Einzige Sicherungsverwahranstalt in Rheinland-Pfalz

In Sicherungsverwahrung halten sich ehemalige Gefängnisinsassen auf, die von einem Gericht nach Verbüßung ihrer Strafe als potenziell gefährlich für die Allgemeinheit eingestuft werden. In Diez befindet sich die einzige Sicherungsverwahranstalt in Rheinland-Pfalz.

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