Am Fliegrehorst in Büchel demonstrieren Friedensaktivisten gegen Atomwaffen (Foto: SWR)

Anti-Atomwaffen Protest am Fliegerhorst 600 Friedensaktivisten demonstrieren in Büchel

Rund 600 kirchliche Friedensaktivisten sind am Samstag zum Fliegerhorst Büchel in der Eifel gekommen, um ein Zeichen gegen Atomwaffen setzen. Die Aktion startete um Punkt 11:58 Uhr.

11:58 Uhr sei eine symbolische Zeit, erklärte ein Sprecher der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD). Sie solle zeigen: "Es ist kurz vor 12, wenn wir weiter aufrüsten, stehen wir kurz vor dem Atomkrieg."

EKD-Friedensbeauftragter fordert Atomwaffen-Ende

Der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, Renke Brahms, drängte auf die Abschaffung von Atomwaffen und warnte vor ihrer Modernisierung. "Wir wehren uns gegen ein 'Weiter so' auf dem Weg der atomaren Abschreckung und Aufrüstung durch Modernisierung dieser schrecklichen, unvorstellbar zerstörerischen Massenvernichtungswaffen", sagte Brahms bei einem ökumenischen Gottesdienst.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Die Mehrheit der Völkergemeinschaft habe ein Verbot von Herstellung, Besitz und Anwendung dieser Waffen beschlossen, sagte er mit Blick auf das im Juli 2017 von 122 Nationen in New York beschlossene UN-Abkommen. Er forderte die Bundesregierung auf, "sich dieser Mehrheit anzuschließen" und "darauf einzuwirken, dass diese schrecklichen Waffen von diesem Ort verschwinden". Büchel gilt als einziger Standort in Deutschland, an dem noch US-Atomwaffen gelagert sein könnten.

Atomwaffen in Büchel ein "offenes Geheimnis"

An dem Fliegerhorst in der Eifel kommt es immer wieder zu Protestaktionen wegen der auf dem Gelände vermuteten Atombomben. Deren Existenz wird von den US-Streitkräften und der Bundesregierung weder bestätigt noch dementiert. Die Friedensaktivisten nennen es ein "offenes Geheimnis".

Im vergangenen Jahr hatten Atomwaffengegner 20 Wochen lang vor dem Fliegerhorst gezeltet. 2016 waren mehrere Aktivisten durch ein Loch im Zaun auf das Gelände gelangt und über die Landebahn gelaufen.

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