Margot Käßmann spricht mit der Aktivisten Elke Koller in Büchel - Protest gegen Atomwaffen vor dem Fliegerhorst der Luftwaffe (Foto: SWR)

Protest gegen Atomwaffen Theologin Käßmann bestärkt Aktivisten in Büchel

Vor dem Luftwaffen-Standort Büchel in der Eifel hat Margot Käßmann dazu aufgerufen, den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen. Die Protestwoche der Friedensbewegung ist gestartet.

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Sendezeit
19:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Zu dem einwöchigen Protest mit der bekannten Theologin und ehemaligen Vorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland haben evangelische Landeskirchen und Friedensbündnisse geladen. Nach Angaben der Veranstalter versammelten sich rund 800 Menschen am Sonntag vor dem Haupttor des Fliegerhorsts.

Die Bewegung forderte die Bundesregierung auf, den vor zwei Jahren bei den Vereinten Nationen beschlossenen Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen und für den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland zu sorgen. Ein Verbot von Atomwaffen müsse zudem im Grundgesetz verankert werden. "Glauben, Gewissen und politische Vernunft bewegen uns, Massenvernichtungswaffen abzulehnen", hieß es.

Kirchlicher Aktionstag Bildergalerie - Protest in Büchel gegen Atomwaffen

Protest in Büchel gegen Atomwaffen (Foto: SWR)
Auch Kritik an US-Präsident Trump fehlt nicht - Aktivisten haben vor dem Fliegerhorst Banner aufgehängt. Bild in Detailansicht öffnen
Zu dem Aktionstag in Büchel hatten Kirchen und Friedensbündnisse geladen. Bild in Detailansicht öffnen
In der Vergangenheit haben Aktivisten den Zaun am Fliegerhorst überwunden. Bild in Detailansicht öffnen
Rund 800 Menschen versammelten sich laut Veranstalter in Büchel. Bild in Detailansicht öffnen
Geplant war eine Performance mit aufblasbaren "Atomwaffen". Bild in Detailansicht öffnen
Die Bewegung fordert die Bundesregierung auf, für den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland zu sorgen. Bild in Detailansicht öffnen
In Büchel und Umgebung leben etwa 2.000 militärische und zivile Angehörige. Bild in Detailansicht öffnen
Auf dem Programm standen Redebeiträge und Konzerte. Bild in Detailansicht öffnen
Die bekannte Theologin Margot Käßmann stärkt den Aktivisten den Rücken. Hier ist sie im Gespräch mit Elke Koller. Bild in Detailansicht öffnen
Der "Initiativkreis gegen Atomwaffen in Büchel" und die Kampagne "Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt" erhalten in diesem Jahr den Aachener Friedenspreis. Elke Koller (links) wird im September die Auszeichnung entgegennehmen. Bild in Detailansicht öffnen

Käßmann schloss sich der Forderung der Bewegung an, den UN-Atomwaffenverbotsvertrag zu unterschreiben. Sie sehe in Atomwaffen eine Gefahr. In den USA gebe es mit Donald Trump einen Präsidenten, der nicht so verantwortungsvoll umgehe, wie man es sich wünschen würde. Käßmann betonte, dass sich die Aktionen gegen Atomwaffen richteten und nicht gegen die Soldaten oder die Bevölkerung vor Ort.

An dem Protest nahm auch die Friedensaktivistin Elke Koller aus Leienkaul in der Eifel teil. Seit Jahren organisiert die Apothekerin im Ruhestand Protestaktionen in Büchel. Am 1. September wird sie für ihr Engagement im "Initiativkreis gegen Atomwaffen in Büchel" mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet.

Polizei und Feldjäger vor Ort

In den darauffolgenden Tagen sind nach Angaben der Veranstalter verschiedene Aktionen, Blockaden und andere Protestveranstaltungen geplant, bei denen weit weniger Besucher erwartet werden. Die Polizei geht von einem friedlichen Verlauf der Veranstaltungen aus. Sie ist aber mit verstärkten Kräften vor Ort, die von einem Hubschrauber und Feldjägern der Bundeswehr unterstützt werden.

Auf dem abgelegenen Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel liegen nach unbestätigten Informationen US-amerikanische Atomsprengköpfe gelagert sein. Friedensaktivisten demonstrieren seit Jahrzehnten für den Abzug der in Büchel vermuteten Waffen. Mehrfach haben Demonstranten den Zaun überwunden und die Landebahn blockiert.

Nach Angaben der Bundeswehr lautet der Primär-Auftrag des in Büchel stationierten Taktischen Luftwaffengeschwaders "Luftangriff". Verteilt auf den Fliegerhorst und die Truppenunterkunft leben etwa 2.000 militärische und zivilen Angehörige.

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