Sujetbild Schild Jugendamt (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Probleme wegen Personalmangels Gewerkschaft kritisiert Koblenzer Jugendamt

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft mahnt die Zustände im Jugendamt Koblenz an. Die Situation sei prekär, schreiben Gewerkschaftsmitglieder in einem offenen Brief an die Stadt.

In dem Brief steht, dass die Beschäftigten des Allgemeinen Sozialen Dienstes der Stadt Koblenz ihre Aufgaben nur noch eingeschränkt wahrnehmen könnten. Zurzeit könnten nur noch die ganz akuten Fälle bearbeitet werden, bei denen Kinder in Gefahr seien, beispielsweise durch Gewalt in der Familie.

Reguläre Gespräche, wenn Eltern zum Beispiel Fragen bei der Erziehung hätten oder Alleinerziehende Unterstützung bräuchten, könnte das Jugendamt momentan gar nicht mehr leisten, weil dafür einfach keine Zeit bleibe. Der Grund dafür sei, dass dem Jugendamt das Personal fehle, um Kindern und Familien die Unterstützung zu geben, die sie bräuchten. Die 21 Mitarbeiter müssten zu viele Fälle gleichzeitig bearbeiten.

Dauer

Mehr Stellen und unbefristete Arbeitsverträge gefordert

Die Gewerkschaftsmitglieder fordern deshalb nach eigenen Angaben, dass dieser Zustand sofort beendet wird. Sie liefen sonst Gefahr, dass die Familien das Vertrauen ins Jugendamt verlören. Es müssten zwingend mehr Stellen geschaffen werden. Außerdem seien unbefristete Arbeitsverträge notwendig, um die Fluktuation im Jugendamt zu verringern.

Bürgermeisterin nimmt Kritik ernst

Die Bürgermeisterin der Stadt Koblenz, Ulrike Mohrs, nimmt den offenen Brief der Gewerkschaft nach eigenen Angaben sehr ernst. Mohrs sagte dem SWR, im Frühjahr seien vier neue Stellen geschaffen worden. Vier weitere würden noch in diesem Jahr besetzt. Der offene Brief komme zu dem Zeitpunkt, wo die Stadt alles getan habe, um wieder den Regelzustand herzustellen.

Die Koblenzer Bürgermeisterin Ulrike Mohrs sitzt mit der Leiterin des Allgemeinen Sozialen Dienstes an einem Tisch (Foto: SWR)
Die Koblenzer Bürgermeisterin Ulrike Mohrs (li.) und die Leiterin des Allgemeinen Sozialen Dienstes, Ines Hoffart, haben bislang vier neue Stellen geschaffen.

Lange Einarbeitungszeit für neue Mitarbeiter

Allerdings bräuchten die neu eingestellten Mitarbeiter sechs Monate Einarbeitungszeit. "Uns ist ganz wichtig, dass die Mitarbeiter wirklich erst dann allein ins Geschäft gehen, wenn sie auch wirklich richtig geschult sind", sagte die Bürgermeisterin. Auch für die Schulungen seien entsprechende Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt worden.

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