Burg Rheinfels (Foto: SWR)

Klage auf Rückgabe der Ruine am Mittelrhein Preußen-Prinz bekommt Burg Rheinfels in St. Goar nicht zurück

Die Niederlage im Prozess hatte sich schon angekündigt: Der Chef des Hauses Hohenzollern hat nach einer Entscheidung des Landgerichts Koblenz keinen Anspruch auf Rückgabe des einstigen Familienbesitzes am Mittelrhein.

Die Entscheidung ist keine Überraschung. Schon bei Prozessbeginn hatte das Gericht Zweifel daran geäußert, dass die Klage von Prinz Georg Friedrich von Preußen Erfolg haben könnte. Trotzdem war die Erleichterung auf der Gegenseite groß. Der Stadtbürgermeister von Sankt Goar, Horst Vogt (CDU), freute sich, dass die Burg nun im Eigentum der Stadt bleibt. Auch der Betreiber des Schloss-Hotels, Gerd Ripp, sprach von einem guten Tag für sein Hotel und seine Belegschaft.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Richter sagen, Land ist Rechtsnachfolger

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Die Anwälte des Prinzen von Preußen hatten schon vorab angekündigt, dass sie in Berufung gehen wollen.

Nach dem Urteil der Koblenzer Richter hat der Chef des Hauses Hohenzollern keinen Anspruch auf Rückgabe des riesigen Gemäuers hoch über St. Goar im Zentrum des Welterbes Oberes Mittelrheintal. Denn sie habe niemals zum Privatvermögen der Preußischen Königsfamilie gehört, sondern zum sogenannten Kronfideikommiss. Das ist das unveräußerliche Vermögen, das zum Lebensunterhalt des Königshauses diente.

Dieses Vermögen ging nach dem Urteil der Koblenzer Richter später auf das Preußische Finanzministerium über. Dessen Rechtsnachfolger sei seit 1947 das Land Rheinland-Pfalz.

Urkunde zum Erwerb un der Unterhaltung der Ruine Rheinfels (Foto: SWR)
Die Urkunde ist der Vertrag zum Erwerb und der Unterhaltung der Ruine Rheinfels. Sie wurde am 20. Oktober 1924 von der sogenannten Krongutsverwaltung des Hauses Hohenzollern und Vetretern der Stadt St. Goar sowie des Landes unterschrieben.

Burg Rheinfels sollte Kulturdenkmal bleiben

In dem Rechtsstreit hatte der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. das Land Rheinland-Pfalz, die Stadt St. Goar und das an die Ruine angrenzende Burghotel verklagt.

Das Haus Hohenzollern hatte die Burg Rheinfels seit dem 19. Jahrhundert besessen. Nach dem Untergang des Kaiserreiches wurde die Stadt St. Goar 1924 Eigentümerin, mit der Auflage, das Gemäuer nicht zu verkaufen. Ziel war damals, es als Kulturdenkmal zu erhalten, so die Richter in Koblenz. 1998 schloss das Städtchen mit dem Hotel direkt neben der Burgruine einen sogenannten Erbpachtvertrag für 99 Jahre. Der Prinz von Preußen argumentierte, dieser Vertrag komme einem untersagten Verkauf gleich.

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Prinz von Preußen wird Urteil vermutlich anfechten

Prinz Georg Friedrich von Preußen hat jetzt einen Monat Zeit, in Berufung zu gehen. Seine Anwälte haben schon angekündigt, dass sie das Urteil des Landgerichts Koblenz anfechten werden. Sie hatten argumentiert, der Prinz habe gar nichts von seinem möglichen Besitzanspruch bei der Burg Rheinfels gewusst, bis ihn 2015 ein Notar angeschrieben habe. Sie wiesen deshalb den Vorwurf zurück, der Prinz von Preußen habe es mit seiner Rückgabeklage nur auf das Hotel abgesehen.

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