Hände tippen auf einer Tastatur (Foto: picture-alliance / Reportdienste, empics/Dominic Lipinkski)

Portal für Raubkopien Mutmaßlicher Betreiber von movie2k.to im Rhein-Lahn-Kreis festgenommen

Über das Portal movie2k.to wurden schon Hunderttausende Filme und Serien illegal verbreitet. Ermittler haben nun zwei mutmaßliche Betreiber festgenommen. Einer von ihnen kommt aus dem Rhein-Lahn-Kreis.

Die 44 und 37 Jahre alten Männer wurden am vergangenen Donnerstag in Rheinland-Pfalz und Bayern verhaftet, wie die federführende Generalstaatsanwaltschaft Dresden am Montag mitteilte.

Die beiden Tatverdächtigen sollen gemeinsam mit weiteren Beteiligten seit der Gründung des Portals im Herbst 2008 bis zur Abschaltung im Mai 2013 mehr als 880.000 Raubkopien von Kinofilmen und Fernsehserien verbreitet und außerdem den Streamingservice stream2k.com betrieben haben.

Verdächtiger lebt im Rhein-Lahn-Kreis

Der Mann aus Rheinland-Pfalz lebt seit längerem im Rhein-Lahn-Kreis, wie der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Wolfang Klein, dem SWR sagte. Ob der Mann die Plattform von dort mitbetrieben hat, wird nun ermittelt.

Umfangreiche Beweismittel, darunter IT-Technik, Handys, Bargeld und Unterlagen wurden beschlagnahmt und werden nun ausgewertet.

Einnahmen aus Werbegeldern und Abofallen

Die Tatverdächtigen erzielten den Ermittlungen zufolge aus Werbegeldern und Abofallen Einnahmen von mehreren Millionen Euro. Das Raubkopienportal movie2k.to war nach der zwangsweisen Abschaltung des illegalen Streamingdienstes kino.to im Juni 2011 das führende deutsche und eines der größten internationalen Raubkopienportale für Kinofilme.

Weitere Festnahme in Berlin

Den Angaben zufolge wurde zudem ein 37-jähriger Immobilienunternehmer in Berlin unter dem dringenden Tatverdacht der gewerbs- und bandenmäßigen Geldwäsche festgenommen. Er soll zusammen mit den Betreibern von movie2k.to ab Herbst 2013 einen Teil der dort erzielten Einnahmen verdeckt in Finanzanlagen und Immobilien vor allem in Sachsen, Brandenburg und Berlin angelegt und verwaltet haben. Dafür soll er von den Hauptbeschuldigten über eine niederländische Briefkastengesellschaft allein bis Mitte 2016 mehr als 5,1 Millionen Euro erhalten haben.

Auf die Spur der Portalbetreiber kam die Generalstaatsanwaltschaft Dresden durch Ermittlungen mit dem Landeskriminalamt Sachsen und der Steuerfahndung Leipzig. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte auch schon im Fall von kino.to ermittelt, das von Leipzig aus betrieben wurde. Zwischen beiden Portalen gebe es Verbindungen.

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