ein weißer Kleinwagen mit der Aufschrift "unser Dorfauto" Im Rhein-Hunsrück-Kreis werden drei Jahre lang solche E-Dorfautos getestet.  (Foto: Rhein-Hunsrück-Kreis/Pressestelle)

Pilotprojekt zur Energiewende Kostenlose Elektro-Dorfautos im Hunsrück leihen

Kostenloses Carsharing im Hunsrück - das ist in Rheinland-Pfalz ein einmaliges Angebot: Seit Freitag können sich die Bürger in acht Hunsrück-Kommunen ohne großen Aufwand Elektro-Autos ausleihen.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Insgesamt stehen in den Verbandsgemeinden und in der Stadt Boppard acht Autos bereit: Sieben steuert der Kreis bei, ein achtes hat die Verbandsgemeinde Simmern selbst angeschafft - weil die Resonanz im Vorfeld des Pilotprojektes schon so groß war. Das Car-Sharingangebot soll den Busverkehr im Hunsrück ergänzen, und es soll eine Möglichkeit sein für Menschen ohne eigenes Auto - etwa für Einkaufsfahrten in den nächsten Supermarkt, den Transport von sperrigen Gegenständen oder einen Ausflug mit Freunden.

Neue Idee für das Leben im Hunsrück Mobil mit dem E-Dorfauto

Diese E-Dorfautos kann man sich künftig kostenlos im Hunsrück ausleihen.  (Foto: Rhein-Hunsrück-Kreis/Pressestelle)
Diese E-Dorfautos kann man sich künftig kostenlos im Hunsrück ausleihen. Rhein-Hunsrück-Kreis/Pressestelle Bild in Detailansicht öffnen
Im Rhein-Hunsrück-Kreis werden drei Jahre lang solche E-Dorfautos getestet. Rhein-Hunsrück-Kreis/Pressestelle Bild in Detailansicht öffnen
Die Dorfautos stehen in acht kleinen Ortsgemeinden, nach einem Jahr ziehen sie in die nächste um. Rhein-Hunsrück-Kreis/Pressestelle Bild in Detailansicht öffnen
Die Elektro-Dorfautos werden über eine Handy-App gebucht und mit einer Schlüsselkarte gestartet. Rhein-Hunsrück-Kreis/Pressestelle Bild in Detailansicht öffnen
Am Freitag holen die Verbandsbürgermeister ihre Dorf-Autos ab. Rhein-Hunsrück-Kreis/Pressestelle Bild in Detailansicht öffnen

Das Pilotprojekt soll drei Jahre lang laufen, dann wird es ausgewertet. Beteiligt sind die Verbandsgemeinden und die Stadt Boppard. Die E-Dorfautos stehen jeweils zwölf Monate lang in einer Gemeinde an einer Ladesäule, dann kommen sie ins nächste Dorf. Am Schluss sollen die Bürger in 24 Gemeinden damit gefahren sein. Sie werden mit Ökostrom betrieben, der aus den Photovoltaik-Anlagen auf den Gemeindedächern stammt. Er kostet die Bürger daher nichts, heißt es.

"Carsharing-Unternehmen haben uns gesagt, dass hätten sie noch nie gehört."

Frank-Michael Uhle, Klimamanager des Rhein-Hunsrück-Kreises

Vor Ort gibt es "Kümmerer", die etwa für Sauberkeit zuständig sind und die notwendigen Schlüsselkarten an die Bürger herausgeben. Die E-Dorfautos müssen über eine Handy-App vorher reserviert werden.

Was soll die gemeinsame Nutzung der E-Autos bringen?

Nach Angaben von Landrat Bröhr (CDU) übernimmt der Kreis die jährliche Leasingrate von 7.000 Euro pro Fahrzeug. Die Hoffnung sei, dass schon nach dem ersten Jahr die ersten Hunsrück-Dörfer sich selbst so ein E-Auto zur gemeinsamen Nutzung anschaffen, sagt Frank-Michael Uhle, der Klimamanager des Rhein-Hunsrück-Kreises. Das Projekt soll ein weiterer Baustein in Sachen Energiewende und Klimaschutz im Hunsrück sein.

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Wo stehen die E-Dorfautos im ersten Jahr?

Im ersten Jahr steht ein solches Dorfauto in Beltheim in der Verbandsgemeinde Kastellaun, im Ortsteil Mannebach, in der Verbandsgemeinde Rheinböllen in Schnorbach, in der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel in Langscheid, in der Verbandsgemeinde Simmern in der Ortsgemeinde Neuerkirch-Külz und das zusätzliche in der Ortsgemeinde Niederkumbd, in der Verbandsgemeinde Emmelshausen in der Ortsgemeinde Maisborn, in der Verbandsgemeinde Kirchberg in der Ortsgemeinde Würrich und in der Stadt Boppard in den Ortsbezirken Oppenhausen und Herschwiesen.

Rhein-Hunsrück-Kreis bekommt internationale Aufmerksamkeit

Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist nach Angaben des Mainzer Umweltministeriums der erste klimaneutrale Landkreis deutschlandweit. Immer wieder informieren sich Delegationen aus der ganzen Welt: Von Japan bis Afrika kommen Experten und lassen sich inspirieren. Im Hunsrück wird nach Angaben des Klima-Managers des Kreises, Frank-Michael Uhle, mit Wind, Sonne und Biomasse unter dem Strich dreimal mehr Strom produziert als selbst verbraucht wird. Knapp 280 Windräder drehen sind im Hunsrück, manche sind um die 200 Meter hoch. Auf Dächern von Gebäuden sind rund 4.400 Photovoltaik-Anlagen installiert.

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Klimaschutz im Hunsrück - das rechnet sich

Und der Klimaschutz rechnet sich: Vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium heißt es, mit Pachtverträgen, Steuern von Windradbetreibern sowie Einspeisevergütungen für Bürger und Genossenschaften werde jährlich eine Wertschöpfung von rund 50 Millionen Euro erwirtschaftet. Über einen Solidarpakt profitierten auch Nachbardörfer ohne Windräder. Der Rhein-Hunsrück-Kreis gehört unter anderem deshalb zu den Kreisen mit der niedrigesten kommunalen Verschuldung im Land.

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