Loreley (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Thomas Frey/dpa)

Neuer Kultur- und Landschaftspark Verwandeltes Loreley-Plateau vor Eröffnung

Die Loreley - das berühmteste Wahrzeichen des Mittelrheintals: Lange Zeit war das Plateau alles andere als ein Hingucker. Jetzt wird der neue Kultur- und Landschaftspark eröffnet.

Zurück zur Natur, hin zu Wiese und Felsen: Nach einer "Schönheitskur" wird am Gründonnerstag der erste Bauabschnitt des neuen Kultur- und Landschaftsparks Loreley feierlich eingeweiht.

Besucher haben auf dem umgestalteten Felsplateau dann die Wahl: Entweder sie schreiten auf dem neuen breiten "Strahlenweg" zur Felsenspitze mit sechs Aussichtspunkten, die tiefe Blicke in das canyonartige Durchbruchstal des Rheins im Schiefergebirge ermöglichen. Denn das, was mal dicht zugewachsen war, bietet jetzt einen freien Blick - 130 Meter in die Tiefe. Der schnurgerade barrierefreie Weg ist 380 Meter lang.

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Die Aussichtspunkte bieten jetzt einen freien Blick auf den Rhein. picture alliance/Thomas Frey/dpa

Oder die Touristen flanieren auf einem 500 Meter langen schmaleren "Mythenpfad" auf Umwegen zur Felsennase. Eintritt kostet der Park nicht. Die Unterhaltungskosten der Anlage sollen mit den Parkgebühren für Autos finanziert werden.

Dreyer: Zustand war nicht mehr zeitgemäß

Erwartet wird am Gründonnerstag auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Auch sie schwärmt von der Loreley: Sie sei ein "weltbekannter Sehnsuchtsort", ein "Märchen aus uralten Zeiten als ein Wahrzeichen des Mittelrheins". Aber: "Leider war der Zustand des Plateaus nicht mehr zeitgemäß, eine Erneuerung war dringend geboten."

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Der Blick geht bis zu 130 Meter in die Tiefe. picture alliance/Thomas Frey/dpa

Das Land Rheinland-Pfalz hat laut Dreyer bislang rund acht Millionen Euro in den neuen Park investiert. Etwa eine halbe Million Euro kommen nach Angaben von Projektleiter Armin Schaust von der Verbandsgemeinde und fünf Millionen Euro aus einem Fördertopf des Bundes.

Mit diesen insgesamt rund 13,5 Millionen Euro ist aber nur der erste Bauabschnitt finanziert - je nach weiterer Förderung soll laut Schaust 2020 oder 2021 noch ein zweite Abschnitt eröffnet werden.

Mehr als zwei Jahre dominierten Bagger und Abrissbirnen die Szenerie auf dem Loreley-Plateau. Und auch jetzt stoßen Besucher noch auf manche unfertige Projekte. Dazu zählen das historische Turnerheim, das sich in das Empfangsgebäude des Parks verwandeln soll, und der "Mythosraum", der bislang als Rohbau nahe der Felsenspitze in die Landschaft integriert ist.

Umbauarbeiten noch lange fertig

Schaust schwärmt: "Am Boden wird ein Felsen sein, der sich darüber in Gesteinsscheiben auflöst und sich weiter oben vermutlich in Glasteile transformiert, die schließlich von einem Kristall aufgefangen werden." Die geplante riesige Nachbildung eines Bergkristalls schlage alleine mit 1,4 Millionen Euro zu Buche. Ursprünglich sollten es sogar fünf solche Kristalle sein - ein zu teures Unterfangen, wie sich herausgestellt hat.  

Bäume, Weißdorne und laut Schaust eigens gezüchtete Loreley-Rosen säumen die Wege. "Hier leben auch Mauereidechsen und Salamander", sagt der Projektleiter der Verbandsgemeinde Loreley.

Der neue Park, zu dem auch ein längst eröffnetes Besucherzentrum mit Café gehört, ist kein Halligalli-Spektakel für den Massentourismus, sondern ein Ort für Natur-, Landschafts- und Loreley-Mythos-Liebhaber. "Wir erwarten 300.000 Besucher pro Jahr", sagt Schaust.

Ute Graßmann von der Ortsgruppe Loreley des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) freut sich über die naturnahe Gestaltung des Felsplateaus. Sicher, es seien Bäume gefällt worden - aber auch 30 bis 40 neue gepflanzt worden. Die vielen Blumenbeete hätten keine Plastikplanen gegen Unkraut, "das finde ich gut".

An Ostern ist wieder das "Rheinleuchten" geplant. Von Gründonnerstag bis Ostermontag setzen Lichtkünstler abends das Welterbe an zahlreichen Stellen in Szene. Hauptspielort des Glanzes im Dunklen soll die Loreley nach ihrer Schönheitskur sein.

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