National Express - Rhein-Ruhr-Express RRX in Koblenz (Foto: SWR)

Bahnverkehr in Rheinland-Pfalz Neuer Zuganbieter auf der Strecke Koblenz-Wesel

Seit einem Monat hat der private Anbieter National Express seine neuen Züge auf der Rheinstrecke getestet. Jetzt haben die RRX-Züge alle RE5-Fahrten von der Deutschen Bahn übernommen. Rund läuft aber noch nicht alles.

In den vergangenen Wochen ist während der Testphase nur ein RRX-Zug (Rhein-Ruhr-Express) zwischen Koblenz und Wesel am Niederrhein gependelt. Seit Sonntag setzt National Express nach eigenen Angaben zwölf Züge ein. Und die langen Wagen fallen auf: Der RRX ist weiß-dunkelgrau-orange und mutet deutlich moderner an als die alten, roten Doppelstock-Züge auf der RE5-Strecke.

Dauer

Der neue Zugtyp bringt zum Start allerdings auch Probleme mit sich: Die Türen des RRX sind zum Beispiel knapp 40 Zentimeter höher als in normalen Zügen der Deutschen Bahn. Einige Bahnsteige entlang der Rheinstrecke waren dafür nicht ausgelegt und mussten angehoben werden. Nur so können Fahrgäste mit Rollator oder Rollstuhl ohne fremde Hilfe einsteigen.

Barrierefreier Einstieg an allen Bahnhöfen möglich

In Remagen konnten die Arbeiten dafür rechtzeitig abgeschlossen werden, für die Halte in Sinzig und Bad Breisig kommt der Wechsel auf den RRX etwas zu früh, dort wird noch gebaut. Allerdings wird der barrierefreie Einstieg dennoch möglich sein, dort wurde ein provisorischer Bahnsteig installiert. Bei den Testfahrten hat diese Notlösung bereits gut funktioniert. Die neuen Regionalzüge sollten also überall planmäßig halten können.

Am Halt Koblenz-Stadtmitte gibt es allerdings ein weiteres Problem. Der RRX ist zu lang für den Bahnsteig. Dort kann der Zug die letzten beiden Türen nicht öffnen. Daran wird sich vermutlich erstmal nichts ändern, der Lokführer weist die Fahrgäste aber vor dem Erreichen des Bahnhofs auf die Situation hin.

National Express - Rhein-Ruhr-Express RRX in Koblenz (Foto: SWR)
Die neuen Züge bieten nach Angaben von National Express W-Lan und Steckdosen an den Sitzen.

Keine Zugtrennung in Remagen

Ursprünglich war geplant, dass der RRX von Remagen bis Koblenz nur mit einem Wagen unterwegs sein wird. Ab Remagen sollte Richtung Köln dann eine zweites Zugteil angehängt werden, weil in diesem Abschnitt deutlich mehr Pendler unterwegs sind. Die Zugtrennung wird nun aber doch nicht kommen, weil das Abkoppeln nach Angaben des Betreibers zu lange gedauert hätte. Weitere Verzögerungen auf der ohnehin schon dicht befahrenen Rheinstrecke wollten die Verkehrsplaner nicht riskieren.

Zusätzlicher Halt in Oberwinter

Anstelle eines längeren Stopps in Remagen wird der RRX nun einmal pro Stunde in Oberwinter halten. Dieser Halt wird auf der Linie neu dazukommen. Allerdings erst nächstes Jahr, weil auch in Oberwinter der Bahnsteig erhöht werden muss.

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