Stau in Koblenz auf Friedrich-Ebert-Ring (Foto: SWR)

Baustellen-Chaos - Thema im Landtag Land gibt Koblenz Schuld am Verkehrsproblem

Seit Wochen gibt es erhebliche Einschränkungen auf drei Rheinbrücken in Koblenz. Das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium sieht die Schuld für die aktuellen Verkehrsprobleme bei der Stadt.

Koblenz habe zu keiner Zeit signalisiert, dass gleichzeitig mit den Arbeiten an der Südbrücke und der Bendorfer Autobahnbrücke auch eine Sanierung der Pfaffendorfer Brücke geplant sei, sagte Verkehrsstaatssekretärin Schmitt im Wirtschaftsausschuss des Landtages.

Der Landesbetrieb Mobilität habe erst aus Medienberichten davon erfahren. Auch bei Gesprächen sei dies nie von der Stadt angesprochen worden. In Zukunft soll eine Software die Koordination in solchen Fällen verbessern, sagte Schmitt. Die Software soll im Laufe des Jahres einsatzbereit sein.

Anträge von CDU und AfD

Die Oppositionsparteien CDU und AfD hatten die angespannte Verkehrslage in Koblenz auf die Tagesordnung gebracht. Sie wollten wissen, warum gleichzeitig drei Brücken über den Rhein saniert werden. Dazu hatten die Fraktionen von CDU und AfD jeweils eigene Anträge eingereicht.

Beide Fraktionen wollten klären, ob und wie sich die Stadt Koblenz und der Landesbetrieb Mobilität darüber abgesprochen haben. Außerdem möchten die beiden Fraktionen wissen, wie das Land die Stadt Koblenz jetzt unterstützen kann und welche Lehren es für weitere Brücken-Projekte in Rheinland-Pfalz zieht.

Dritte Spur ab Ende April

Autopendler im Koblenzer Stadtgebiet brauchen seit Wochen starke Nerven. Seit Anfang April ist auf der Pfaffendorfer Brücke der Verkehr für jede Fahrtrichtung nur noch einspurig befahrbar. Vorraussichtlich ab Ende April soll wechselnd je nach Tageszeit eine dritte Spur eingerichtet werden. Das kündigte Verkehrsstaatssekretärin Schmitt (FDP) im Verkehrsausschuss des Landtags an. Außerdem gilt ein Lkw-Fahrverbot und ein neues Tempolimit von 30 km/h.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Diese Maßnahmen sind nötig, weil die Brücke maroder ist als ursprünglich angenommen. Ein Gutachten hatte ergeben, dass der Verkehr reduziert werden muss, wenn die Brücke noch bis zu ihrem Neubau halten soll.

Weil gleichzeitig auch auf der Südbrücke und auf der Bendorfer Autobahnbrücke gebaut wird, müssen sich Autofahrer in den nächsten Wochen und Monaten weiter auf massive Behinderungen - vor allem im Berufsverkehr - einstellen. Alternativen wie Seilbahn oder Fähre werden zur Zeit zwar von der Stadt diskutiert, aber schnelle Lösungen sind aktuell nicht absehbar. Morgens und abends wird der Stillstand deshalb zur Geduldsprobe für die Berufspendler im Auto.

Dauer

Neue Pfaffendorfer Brücke bis 2023?

In vier Jahren soll eine neue Brücke fertig sein. Wann die Bauarbeiten beginnen, steht noch nicht fest. Auch die Kosten seien noch unklar, heißt es von der Stadt. Die Pfaffendorfer Brücke ist eine der am stärksten befahrenen Brücken in Koblenz. Durch die Arbeiten wird es daher erhebliche Verkehrsbehinderungen geben.

Blick auf den Fußgängerweg und die Fahrbahn der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz mit einem Riss in der Bordsteinkante (Foto: SWR)
Die Pfaffendorfer Brücke weist viele Schäden auf.

Die neue Brücke soll als Stahlverbundbrücke errichtet werden, mit zwei im Wasser stehenden Brückenpfeilern. Diese stehen mit 160 Metern Abstand weiter auseinander als die alten. So wird die Fahrrinne für die Güter- und Touristenschiffe auf dem Rhein breiter. Der Neubau der Brücke ist nach Einschätzung der Experten notwendig, weil das Bauwerk marode ist und eine Sanierung zu viel kosten würde.

Demonstrationen für getrennten Radweg

Seit Bekanntwerden der Planungen für die neue Brücke hatten viele Bürger einen getrennten Radweg gefordert. Unter anderem veranstalteten sie im Juni 2018 eine Fahrrad-Demo über die Brücke, an der etwa 100 Menschen teilnahmen. Die Organisatoren argumentierten, die Stadt plane zu kurzsichtig.

Modellzeichnung der geplanten neuen Paffendorfer Brücke über den Rhein bei Koblenz (Foto: SWR)
Die neuen Brückenpfeiler sollen künftig weiter auseinander stehen.

Im Haupt-und Finanzausschuss hatte Baudezernent Bert Flöck (CDU) im September erklärt, dass noch einmal geprüft werden solle, ob ein getrennter Geh-und Radweg auf der Brücke machbar sei. Der Grund: Eine Verkehrszählung im August habe ergeben, dass die Anzahl der Radfahrer auf der Brücke im Vergleich zum Zeitpunkt der Planung deutlich gestiegen sei - vor allem in den Morgenstunden und am Nachmittag.

Brücke wird nun breiter

Zuletzt beschloss der Ausschuss, dass die Brücke nun tatsächlich doch für beide Fahrtrichtungen einen eigenen Radweg bekommen soll. Der Brücken-Neubau soll deshalb nun knapp zwei Meter breiter werden als ursprünglich geplant und etwa zweieinhalb Millionen Euro teurer. Der Stadtrat muss dem noch zustimmen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP
STAND