Die Arbeitsbühne und der Abrissbagger auf der 162 Meter hohen Kante des AKW-Kühlturms (Foto: Pressestelle, RWE)

Mülheim-Kärlich AKW-Kühlturm - Abriss hat begonnen

Wind, Wetter, Winter und technische Gründe - es gab viele Ursachen, warum es nie losging mit dem Abriss des AKW-Kühlturms. Doch jetzt ist der Abbruch offiziell gestartet.

Mit einer Lautstärke von rund 100 Dezibel arbeiten die Maschinen auf dem AKW-Kühlturm in Mülheim-Kärlich. Die Teilstücke fallen zu Boden. Seit letzter Woche schon stand der Bagger in Position oben auf dem Rand des Kühlturms. Gesteuert werden Bagger und Greifarm von zwei Maschinenführern über Funk. Sie sitzen in zwei Spezialkörben auf der gegenüberliegenden Seite des Turms. Bereits vergangene Woche wurde an einer Stelle probeweise ein Stück der Kante abgebrochen.

Bagger auf Kühlturm-Kante

Besonders das erste Teilstück - der obere Kranz des Kühlturms - stellt die Arbeiter vor große Herausforderungen. Der Bagger soll sich durch die bis zu 20 Zentimeter dicke Außenhülle fressen. Doch gerade dort oben hat der Turm nach RWE-Angaben eine U-Form. Deswegen komme in dieser Runde unterstützend noch ein kleineres Gerät zum Einsatz. Dieses Gerät werde vorweg fahren und den begehbaren Betontrog so zurecht meißeln, dass das Spezialgerät direkt auf der Kühlturmschale seine Runden drehen kann. Monatelang wird der Abrissbagger spiralförmig seine Bahnen ziehen und den Kühlturm mit jeder Runde um etwa drei Meter kleiner machen. Ende des Jahres soll von dem Turm nichts mehr zu sehen sein.

Dauer

Letzte Verzögerungen durch Gewitter-Lage

Die Arbeiter der Abrissfirma werden wohl weiter die Wetterberichte genau verfolgen. Vor allem die Gewitter der vergangenen Tage hatten den Verantwortlichen zu schaffen gemacht. Im Freien auf einem 162 Meter hohen Turm bei Gewittern unterwegs zu sein, bedeutet absolute Lebensgefahr. Die Arbeiter konnten deswegen nicht auf den Turm fahren. Inzwischen ist das aber kein Thema mehr. Die Wetterlage ist momentan stabil, sodass der Abbruch am Dienstag beginnen konnte.

Und der Schutt?

Der Schutt des Turms selber strahlt übrigens nicht. Er ist ungefährlich und soll zum Beispiel für den Straßenbau recycelt werden.

Hier können Sie noch einmal einen 360-Grad-Blick ins Innere des Kühlturms werfen, bevor er verschwindet:

Service-Hotline

Da mit den Abbrucharbeiten Lärm- und Staubentwicklung verbunden sind, hat RWE ein Beschwerdetelefon eingerichtet. Unter der Telefonnummer 02637 / 64-4211 können sich betroffene Anwohner melden und ihr Anliegen äußern.

Die Situation am AKW-Kühlturm lässt sich auch mit einer Webcam der Stadtwerke Neuwied verfolgen.

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