Haus in Borod (Foto: SWR)

Motiv für Passauer Bluttat weiter offen Hausdurchsuchung bei Armbrust-Toten aus dem Westerwald

Nach SWR-Informationen hat die Polizei in Borod im Westerwald das Wohnhaus zweier Opfer der rätselhaften Bluttat in Passau untersucht. Neue Erkenntnisse gibt es derweil zu den beiden Toten, die in Wittingen gefunden wurden.

In einer Wohnung im niedersächsischen Wittingen hatte die Polizei am Montag die Leichen der 35-jährigen Gertrud C. und der 19-jährigen Carina U. entdeckt. Bei der älteren der beiden handele es sich um die Lebenspartnerin der in Passau getöteten 30-jährigen Farina C., so die Polizei. Carina U. habe ebenfalls in der Wohnung in Wittingen gelebt.

Ein Polizeiauto fährt an einem Haus vorbei, dessen Eingang mit Absperrband gesichert ist. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Christophe Gateau/dpa)
Im Zusammenhang mit dem Passauer Armbrust-Fall haben Ermittler zwei Leichen in Niedersachsen gefunden. picture alliance/Christophe Gateau/dpa

Carina W. soll Kontakt zu Eltern abgebrochen haben

Die 19-Jährige soll auch aus dem Westerwald kommen. Ihre Eltern berichteten in einem Fernseh-Interview, dass ihre Tochter den in Passau getöteten Torsten W. in einem Kampfsportclub kennenlernte. Sie sei auf eigenen Wunsch in die Obhut des Jugendamts gekommen und habe den Kontakt zur Familie abgebrochen. Von dem 53-Jährigen sei sie manipuliert worden.

Die "Bild"-Zeitung zitierte einen Mann, der von seiner Begegnung mit Torsten W. berichtete. Demnach hatte er diesem vorübergehend einen Pferdehof verpachtet. Die Frauen sollen sich dem 53-Jährigen gegenüber auffallend unterwürfig verhalten haben.

Abschlussbericht in zwei bis drei Wochen

Warum sich der Mann und seine beiden Begleiterinnen ausgerechnet Passau und speziell eine Pension aussuchten, ist weiterhin unklar. "Das liegt völlig im Dunklen", sagte ein Sprecher der dortigen Staatsanwaltschaft. Mit einem Abschlussbericht sei in zwei bis drei Wochen zu rechnen.

Vor seinem Aufenthalt in Passau war das Trio laut Staatsanwaltschaft in Österreich unterwegs gewesen. Dort habe es mindestens eine der drei Armbrüste gekauft. Dies belege eine sichergestellte Quittung.

Tötung auf Verlangen und Suizid

Das Trio hatte sich am Freitag in einer Pension eingemietet und war am Samstag von Mitarbeitern tot in einem Gästezimmer gefunden worden. Alle drei waren durch Armbrustpfeile ums Leben gekommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem Tod von Torsten W. und der Kerstin E. um Tötung auf Verlangen handelte, bei Farina C. um Selbstmord.

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