Polizeikontrolle eines Kleintransporters auf der A3 bei Montabaur (Foto: SWR)

Illegale Personentransporte auf der A3 Polizei kontrolliert Kleintransporter bei Montabaur

Die Polizei im nördlichen Rheinland-Pfalz geht stärker gegen illegale Personentransporte vor. Im Visier: Oft marode Kleintransporter, die zwischen Ost- und Westeuropa pendeln.

Claudia Hoffmann und Jörg Greb von der Verkehrsdirektion Koblenz stehen unaufällig in einer Zufahrt zur Autobahn 3 bei Montabaur und beobachten den Verkehr. Sie sind auf der Suche nach maroden und überladenen Kleintransportern.

Vor allem Saisonarbeiter aus Osteuropa nutzen diese Kleinbusse für die Fahrt zu ihren Arbeitsstellen im Westen. Die Anbieter dieser Fahrten haben nach Angaben der Polizei aber oft keine Konzession, Menschen gegen Geld zu befördern. Außerdem fahren nicht selten mehr Leute in den Transportern mit als erlaubt.

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Gefahr für den Straßenverkehr

Die Fahrzeuge seien zudem oft in einem technisch katastrophalen Zustand, ohne Sicherheitsgurte und völlig überladen, heißt es von der Polizei. Trotz der teils empfindlichen Strafen lohne sich dieser gewerbsmäßige und illegale Transport für die Anbieter offenbar. Die Polizei plant deshalb, vor allem auf den Ost-West-Routen künftig noch stärker zu kontrollieren.

"Diese Fahrzeuge müssen einfach von der Straße weg."

Jörg Greb, Polizeihauptkommissar

Auch heute müssen Claudia Hoffmann und Jörg Greb nicht lange warten. Ein grauer Fiat Ducato aus Bulgarien fährt voll bepackt in Richtung Westen. Die beiden Polizisten nehmen die Verfolgung auf und halten den Wagen an. Volltreffer: Zu zehnt sitzen die Menschen in dem Bus, der eigentlich nur für neun Leute zugelassen ist - keiner von ihnen ist angeschnallt. Der Transporter ist außerdem mit 320 Kilogramm überladen und darf nicht weiterfahren.

TÜV-Test zeigt erhebliche Mängel

Der anschließende TÜV-Test zeigt: Auch die Lenkung ist kaputt, Öl läuft aus, der Auspuff ist beschädigt und die Gurte unbrauchbar. Dieses Auto ist eine Gefahr für die Allgemeinheit und muss stillgelegt werden. Bei den Passagieren sorgt das für Unmut. Sie wollen weiter zum Arbeiten nach England. Jeder hat umgerechnet 180 Euro für die Fahrt bezahlt. Jetzt ist aber erstmal in Montabaur Schluss. Fahrer und Fahrzeughalter müssen insgesamt mehr als 1.500 Euro Bußgeld zahlen und das Auto stehen lassen.

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Tropfen auf den heißen Stein

Eine Gefahr weniger auf der Straße –und doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, sagt Jörg Greb. "Während wir hier sind, sind draußen mindestens zehn weitere Fahrzeuge dieser Art über die Autobahn gefahren." Deshalb legen er und seine Kollegin sich auch am nächsten Tag wieder auf die Lauer und suchen nach fahrenden, tickenden Zeitbomben auf der Autobahn.

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