Der Laacher See aus der Vogelperspektive (Foto: Imago, imago/Westend61)

Neue Erkenntnisse von Erdbebenforschern Erdbeben und Magma unter dem Laacher See

Tief unter dem Laacher See in der Vulkaneifel gibt es Erdbeben und die Magmakammer des Vulkans scheint sich wieder zu füllen. Das geht aus Messergebnissen hervor, die Deutsche Erdbebenforscher jetzt veröffentlicht haben.

Die Erdbeben unter dem Laacher See (Kreis Ahrweiler) sind nach Angaben der Forscher die tiefsten, jemals in Deutschland gemessenen Erdbeben. Einige fanden 40 Kilometer unter der Erde statt, sagt Torsten Dahm vom Deutschen Geoforschungszentrum in Berlin.

Dauer

Erdbeben Hinweis auf Vulkanaktivität

Solche Erdbeben gibt es auch unter aktiven Vulkanen, beispielsweise auf Island oder in Japan. Spüren kann man diese Erdbeben nicht, erklärt Georg Weber, der Chef des Landesamtes für Geologie in Mainz: Erdbeben spüre der Mensch erst ab einer Stärke von zwei auf der Richterskala. Alles darunter nennt sich "Mikrobeben".

Ausbruch vor 13.000 Jahren

Der Laacher-See-Vulkan brach das letze Mal vor etwa 13.000 Jahren aus. Bei der Explosion wurde die Asche so weit in die Luft geschleudert, dass weite Bereiche Europas unter einer mehrere Zentimeter dicken Ascheschicht begraben wurden. Die Eruptionszyklen des Laacher-See-Vulkans in der Vergangenheit war sehr regelmäßig. Forscher schließen nicht aus, dass es in einen Zeitraum von einigen 10.000 Jahren erneut zum Ausbruch kommen könnte.

Etwas steigt nach oben

Grund zur Panik bestehe allerdings derzeit nicht, sagt Weber. Auch wenn ganz tief unten "richtig was los" sei. Das haben die Erdbebenforscher nun mit ihren Geräten nachvollzogen. "Wir stellen fest, dass aus dem Untergrund, also aus dem Erdmantel, Material nach oben aufsteigt. Das kann auch Magma sein." Abschließend bewerten können die Forscher die Messungen allerdings noch nicht. Noch wüssten sie nicht, ob es die Erdbeben schon immer gab oder ob sie neu seien.

Noch keine Klarheit

Die Forscher wissen nur, dass unter dem Laacher See etwas hochsteigt. Was, wieviel und wie schnell – das muss in den kommenden Jahren noch herausgefunden werden. Darum misst der Landeserdbebendienst Rheinland-Pfalz weiter rund um die Uhr, was ganz tief unter dem Laacher See passiert.

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