Demo in Oberwesel (Foto: SWR)

Protest für Erhalt der Loreley-Kliniken Mehrere hundert Menschen bei Demo in Oberwesel

In Oberwesel haben am Sonntag nach Angaben des Veranstalters mehrere hundert Menschen gegen die geplante Schließung der beiden Loreley-Kliniken demonstriert.

Die Bürgerinitiative "Loreley-Kliniken müssen bleiben" hatte dazu aufgerufen. Bei der Demo kündigte Verbandsbürgermeister Thomas Bungert an, dass in der kommenden Woche ein Gespräch mit dem aktuellen Betreiber der Marienhaus GmbH geplant sei.

Laut Stadtbürgermeister von St. Goar, Falko Hönisch, solle auch besprochen werden, ob die beiden Kliniken noch bis Ende 2020 erhalten bleiben, damit bis dahin ein zukunftsfähiges Konzept erstellt und ein geeigneter Träger gefunden werden könne. Bei der Demonstration sprach sich auch die Gewerkschaft Verdi für den Erhalt der Kliniken aus.

Bereits kurz nach Bekanntwerden der Pläne hatten Ende Oktober mehr als tausend Menschen gegen die Schließungen protestiert.

Dauer

Betreiber gibt Bundespolitik die Schuld

Nach der Schließung der Loreley-Kliniken müssten die Menschen am Mittelrhein teilweise weite Wege in Kauf nehmen: Die nächsten Krankenhäuser liegen unter anderem in Boppard, Bingen oder in Simmern. Rund 350 Mitarbeiter sind von der geplanten Schließung betroffen. Ende Oktober hatte der Träger Marienhaus GmbH bekanntgegeben, dass die Loreley-Klinik in St. Goar Ende 2019 geschlossen wird und die in Oberwesel im März 2020.

Verantwortlich für das Ende der Kliniken sind nach Ansicht des Betreibers vor allem die von der Politik auf Bundesebene verschärften gesetzlichen Rahmenbedingungen. Die Marienhaus GmbH ist der Mehrheitsgesellschafter der beiden Kliniken am Mittelrhein.

Finanzspritze zugesagt

Verbandsbürgermeister Thomas Bungert (CDU) hatte bei einer SWR4-Klartext-Veranstaltung in St. Goar das überraschende Angebot gemacht, beide Kliniken vorläufig mit einer Million Euro zu unterstützen.

Ein Sprecher der Marienhaus GmbH reagierte mit Skepsis auf das Angebot, kündigte aber an, weiter Gespräche mit allen Beteiligten führen zu wollen. Er verwies jedoch auf die generell schwierige Situation für kleinere Krankenhäuser auf dem Land.

Gespräche mit Interessenten angekündigt

Nach der Veranstaltung haben sich außerdem fünf Interessenten für eine Übernahme der Kliniken gemeldet. Verbandsbürgermeister Bungert will nun ab Montag die ersten Gespräche mit den möglichen neuen Klinikbetreibern führen und ausloten, welche Pläne sie für die beiden Klinik-Standorte haben und ob diese realistisch sind.  

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