Ku-Klux-Klan und White Power Aufnäher (Foto: dpa Bildfunk, Ku-Klux-Klan und White Power-Aufnäher)

Rechtsextreme Gruppierung in Deutschland Spur des Ku-Klux-Klans führt in die Eifel

Ein Paar aus Mayen gehörte nach SWR-Recherchen zu einer rechtsextremen Ku-Klux-Klan-Gruppe in Deutschland. Der Mann soll dabei sogar eine maßgebliche Rolle gespielt haben.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:57 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Dem Mann aus Mayen und 16 weiteren Beschuldigten wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Die Polizei hatte vergangene Woche bei einer bundesweiten Razzia gegen die Gruppierung mehr als 100 Waffen sichergestellt, vor allem Messer und Schwerter.

Rechtsextreme Posts im Internet

In einem Gespräch mit SWR-Reportern gab der Mann aus Mayen zu, dieser Vereinigung angehört zu haben. Die Gruppe bezeichnete sich als "National Socialist Knights of the Ku-Klux-Klan Deutschland“ (NSK-KKK)", zu deutsch: "Nationalsozialistische Ritter des Ku-Klux-Klans".

Deutscher Ableger des Ku-Klux-Klans (Foto: SWR)
Die Reichskriegsflagge als Profilbild auf Facebook: Ein in der Eifel lebender Aktivist der Gruppe „National Socialist Knights oft the Ku-Klux-Klan Deutschland“ (NSK-KKK) zeigt seine rechtsextreme Gesinnung offen.

In sozialen Medien zeigte die Gruppierung nach SWR-Recherchen offen ihre rechtsextreme Gesinnung. Auch das Paar aus Mayen postete rechtsradikale Inhalte, Gewaltfantasien und rechtsextreme Verschwörungstheorien. Nach Angaben des Beschuldigten aus Mayen habe sich die Gruppe nach der Razzia aufgelöst.

Anhänger rassistischer Verschwörungstheorien

Dem SWR sagte der Mann aus Mayen, es habe sich lediglich um eine "kleine deutsche Gruppierung" gehandelt, die nicht kriminell sei. Im Gespräch gab er zu verstehen, dass er den Ku-Klux-Klan-Slogan "Family, race, nation" (Familien, Rasse, Nation) gutheiße. Zudem verwies er auf eine unter Rechtsextremen kursierende Verschwörungstheorie, wonach ein Plan existiere, der die angebliche Auslöschung der deutschen Rasse anstrebe. Weitere Angaben zu den Aktivitäten und seiner eigenen Rolle beim NSK-KKK wollte der Mann nicht machen.

Deutscher Ableger des Ku-Klux-Klans (Foto: SWR)
Auch die Lebensgefährtin des Ku-Klux-Klan-Anhängers postet in sozialen Netzwerken offen ihr rechtsextremes Gedankengut.

Landeskriminalamt ermittelt weiter

Die Ermittlungen des zuständigen Landeskriminalamts Baden-Württemberg gehen auch nach der Auflösung der Gruppe weiter. Dabei gehe es konkret um den Tatbestand der Gründung einer kriminellen Vereinigung. Vor ein paar Monaten hatte die Gruppe neben ihren Internet-Aktivitäten außerdem sogenannte Sicherheitskräfte anwerben wollen, die eine Nachbarschaftswache oder Bürgerwehr bilden sollten.

Experte befürchtet Radikalisierung durchs Internet

Der Rechtsextremismus-Experte Rüdiger Stein vom DGB-Landesverband Rheinland-Pfalz bewertet die Gruppierung im Interview mit dem SWR wie folgt: "Die Beziehung zwischen Neo-Nazitum, Rechtsextremismus und dieser Ku-Klux-Klan-rassistischen Ideologie ist da ganz klar hergestellt, schon allein im Namen." In den letzten Jahren habe sich gezeigt, dass die Radikalisierung über das Internet, über soziale Medien recht schnell gehe. Steins Ansicht zufolge besteht die Gefahr, dass Aktivitäten außerhalb des Internets folgen, bis hin zu Anschlägen.

Immer wieder deutsche Ableger des Ku-Klux-Klans

In Deutschland tauchen immer wieder Gruppen auf, die sich als Ku-Klux-Klan bezeichnen und sich in der Regel auf den Klan berufen, der in seiner ursprünglichen Form 1865 in den USA gegründet worden war. Der rassistische Ku-Klux-Klan verbreitete dort mit nächtlichen Überfällen in weißen Kutten und brennenden Kreuzen Angst und Schrecken.

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