Amazon Lager (Foto: SWR)

Logistikzentrum in Koblenz gibt Einblick Amazon-Werksleiter: "Brauchen keinen Tarifvertrag"

Amazon-Mitarbeiter haben am Freitag gegen die aus ihrer Sicht unfairen Arbeitsumstände gestreikt. Das Logistikzentrum in Koblenz war davon nicht betroffen und lässt sich von den Forderungen auch nicht beeindrucken.

Die Gewerkschaft Verdi kämpft seit Jahren dafür, dass die Amazon-Beschäftigten einen Tarifvertrag bekommen und nach dem Tarif für den Einzel- und Versandhandel bezahlt werden. Auch Rabattaktionen wie der Schnäppchentag "Black Friday" gingen zu Lasten der Mitarbeiter, argumentiert Verdi. Diese Kritik wies der Online-Riese am Freitag jedoch zurück.

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Der Leiter des Standortes in Koblenz, Nicolai Lisac, betonte, dass das Unternehmen mehr bezahle als die meisten Mitbewerber in der Branche: "Wir sind ein sehr guter Arbeitgeber und brauchen keinen Tarifvertrag."

Mindestens 10,78 Euro Stundenlohn

Nach Angaben des Unternehmens beginnen Mitarbeiter in Deutschland mit einem Lohn von umgerechnet mindestens 10,78 Euro brutto pro Stunde. Nach 24 Monaten seien es im Durchschnitt 2.397 Euro brutto im Monat, inklusive zusätzlicher Leistungen wie leistungsbezogener Boni. Hinzu kämen Überstundenzuschlag, Aktien und weitere Zusatzleistungen wie die Förderung der Ausbildung der Mitarbeiter.

Amazon ist nach eigenen Angaben einer der größten Steuerzahler

Dem Vorwurf, dass Amazon in der Region Koblenz keine Steuern bezahle, widersprach Werksleiter Lisac ebenfalls. Amazon sei sogar einer der größten Gewerbesteuerzahler - allerdings in Kobern-Gondorf und nicht in Koblenz, da das Logistikzentrum auf Kobern-Gondorfer Gebiet liege, so Lisac.

Wie viel Steuern Amazon dort bezahlt, ist allerdings nicht bekannt. Das unterliege dem Steuergeheimnis, hieß es von der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz auf SWR-Nachfrage.

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Europaweite Streiks an Amazon-Standorten

In Deutschland wurden am "Black Friday" unter anderem die Standorte im hessischen Bad Hersfeld und im nordrhein-westfälischen Rheinberg bestreikt.

In einem Logistikzentrum bei Madrid haben nach Angaben spanischer Gewerkschaften knapp 90 Prozent der Belegschaft die Arbeit niedergelegt. Amazon Spanien widersprach dieser Darstellung: Das Bild entspreche nicht der Wirklichkeit. Die Mehrzahl der Beschäftigten habe Bestellungen bearbeitet.

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