Menschen stehen an Stehtischen mit Getränken (Foto: SWR)

Landwirte diskutieren Agrar-Bildungstage in Montabaur

Landwirtschaftliche Vereine und Organisationen aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz veranstalten erstmals die „Agrar-Bildungstage“ in Montabaur. Dabei bilden sich die Landwirte zu aktuellen landwirtschaftlichen Themen fort und diskutieren diese.

Unter anderem geht es darum, wie die Landwirte mit dem Klimawandel Schritt halten können. Außerdem besprechen sie, wie sich die neue Düngeverordnung auf ihre Arbeit auswirkt. Auch diskutieren sie, wie sie ihre Arbeit besser der breiten Öffentlichkeit präsentieren können.

Klöckner und Höfken zu Gast

Rednerinnen sind auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Landesumweltministerin Ulrike Höfken. An den Agrar-Bildungstagen nehmen nach Angaben der Veranstalter bis einschließlich Mittwoch rund 300 Teilnehmer teil.

Dauer

Die 25-jährige Landwirtin Annika Ahlers aus Münster stellt ihr Projekt Erklärbauer.de vor. Auf ihrer Internetseite zeigt die Landwirtin anschaulich, was es heißt, Bauer zu sein. Der direkte Draht zum Verbraucher sei den Bauern über die Jahre hinweg verloren gegangen, sagt Annika Ahlers. Dabei sei er der Schlüssel für ein besseres Bild der Landwirtschaft. Sie fordert die Landwirte auf, in Sachen Öffentlichkeitsarbeit zusammenzustehen.

Landwirte protestieren gegen Agrarpolitik

In den vergangenen Monaten hat es immer wieder Demonstrationen von Landwirten gegeben - daran haben sich auch viele Bauern aus dem Norden von Rheinland-Pfalz beteiligt. Der Protest der Landwirte richtet sich in erster Linie gegen strengere Düngeregeln und das Agrarpaket der Bundesregierung.

Landwirte haben zum Protest dutzende Traktoren mit Bannern aufgestellt Hochdorf-Assenheim (Foto: SWR, Irmgard Reißinger)
In ganz Deutschland haben Landwirte schon mehrfach gegen die Agrarpläne der Bundesregierung demonstriert. Irmgard Reißinger

Das Agrarpaket beinhaltet ein Aktionsprogramm für den besseren Schutz von Insekten, das staatliche Tierwohllabel und die stärkere Umschichtung von EU-Geldern, die Umweltmaßnahmen für Bauern attraktiver machen soll. Beim Insektenschutz sind vor allem deutliche Einschränkungen beim Einsatz von Pestiziden vorgesehen. Das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat soll ab 2023 verboten sein.

Grünes Kreuz auf einem Feld (Foto: Bastian Faust)
Kleinere und mittlere landwirtschaftliche Betriebe können die Auflagen aus dem Agrarpaket der Bundesregierung nach Angaben der Landwirte nicht erfüllen. Bastian Faust

Auch an der Protestaktion "Grüne Kreuze" beteiligen sich einige Landwirte aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz. Dafür haben sie grüne Kreuze aus Holz auf ihren Feldern aufgestellt. Auch damit wollen sie ein Zeichen gegen das beschlossene Agrarpaket der Bundesregierung setzen.

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