Gummi-Granulat auf dem Kunstrasen-Sportplatz des TuS Immendorf (Foto: SWR)

Kunstrasenplätze vor dem Aus? Vereine im Norden von RP fürchten Verbot von Kunstrasen

Viele Fußballvereine im nördlichen Rheinland-Pfalz befürchten, dass sie künftig nicht mehr ihre Kunstrasenplätze benutzen können und sie umrüsten müssen.

Die EU prüft das Plastik-Granulat, mit dem die Plätze eingestreut werden, zu verbieten: Das Verbot könnte ab 2022 gelten. Wie die Regel genau aussehen soll, wird im September entschieden. Hintergrund ist eine Studie des Fraunhofer Instituts. Demnach gelangen jedes Jahr tausende Tonnen der Hartgummi-Körnchen von den Fußballplätzen in die Umwelt und landen irgendwann als Mikroplastik im Grundwasser.

Gummi-Granulat auf dem Kunstrasen-Sportplatz des TuS Immendorf (Foto: SWR)
Fußballvereine mit schon bestehenden Kunstrasenplätzen, wie der TuS Immendorf in Koblenz oder der SV Hatzenport-Löf an der Mosel, fürchten ein Verbot.

Die Studie geht von 11.000 Tonnen Plastik aus, die jedes Jahr von den Fußballplätzen in der Natur landen. Allerdings ist noch nicht klar, ob die Zahlen tatsächlich stimmen. Es gibt Zweifel an den Berechnungen. Das wird gerade geprüft.

Das Land Rheinland-Pfalz hat die Förderung der Kunstrasenplätze mit Granulat deshalb eingestellt. Für neue Plätze soll es Alternativen geben, zum Beispiel Kunstrasen ganz ohne Granulat. Für Fußballvereine mit schon bestehenden Kunstrasenplätzen, wie den TuS Immendorf in Koblenz oder der SV Hatzenport-Löf an der Mosel, hat die Bundesregierung eine Übergangsfrist von sechs Jahren gefordert.

Kunstrasen Immendorf (Foto: SWR)
Laut der EU sind die Plätze umweltschädlich, weil sie viel Plastik an die Umwelt abgeben.

Etwa 140 Kunstrasenplätze gibt es im Fußballverband Rheinland, viele davon sind mit den Gummi-Körnchen bestreut. Wenn ein Verbot kommt, würde das bedeuten, dass diese Plätze, so wie sie jetzt bei den Vereinen sind, nicht mehr genutzt werden können. Das ist, vor allem was das Training angeht, auch der ganzen Kinder- und Jugendmannschaften, ein großes Problem. Die Unsicherheit ist groß.

Vereine sparen lange auf Kunstrasenplätze hin

Kunstrasen ist sehr pflegeleicht und fast das ganze Jahr über bespielbar, und deshalb ist er gerade für kleinere Vereine und Gemeinden so attraktiv, weil sie wenig Alternativen haben. Auch der Schulsport findet in vielen Kommunen auf den Kunstrasenplätzen statt. Viele Vereine sparen sich die Kunstrasenplätze zusammen, die rund eine halbe Million Euro kosten. Sie sammeln zum Teil Spenden dafür.

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