Höhere Kosten durch Grundsteuerreform Landesregierung will sich für Burgherren einsetzen

Das rheinland-pfälzische Finanzministerium will sich auf Bundesebene dafür einsetzen, Besitzer von Burgen und Schlössern weiterhin von der Grundsteuer zu entlasten.

Private Besitzer - auch im Norden von Rheinland-Pfalz - befürchten, dass sie in Zukunft deutlich mehr Grundsteuern zahlen müssen. Dann könnte das kulturelle Erbe der Burgen und Schlösser gefährdet sein.

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht vor, dass auch Besitzer von Denkmälern die volle Grundsteuer zahlen sollen, trotz der hohen Kosten, die sie für den Erhalt haben. Eigentümer von Burgen und Schlössern in der Region Trier hatten verärgert auf die Pläne reagiert.

Dauer

Keine Ausnahmen für Baudenkmäler?

Für Burgen und Schlösser fällt bislang beispielsweise deutlich weniger Grundsteuer an. Private Besitzer von großen Burgern und Schlössern könnte die Neuregelung der Grundsteuer besonders hart treffen, denn die Steuer berechnet sich nach der Fläche der Grundstücke.

Den Burg- und Schlossherren von privaten Baudenkmälern droht eine Erhöhung der Steuerlast um bis zu 40 Prozent. Sie fordern jetzt, dass es für alle denkmalgeschützten Gebäude 25 Prozent Ermäßigung gibt. Die Burg Eltz und Schloss Sayn beispielsweise sind in Privatbesitz.

Graf von und zu Eltz: Schon jetzt ein Minusgeschäft

"Nur weil wir dorther kommen und schon seit 800 Jahren da sind, erhalten wir dieses Haus, obwohl das wirtschaftlich äußerst schwierig ist", sagte der Eigentümer der Burg Eltz, Karl Graf von und zu Eltz, nach einem Krisentreffen von Burg- und Schlossherren. Dieses fand auf der Marksburg in Braubach statt.

Die Instandhaltung sei "ein aberwitziger Aufwand, der nur zu leisten ist, wenn man dem alles unterordnet", sagte Karl Graf von und zu Eltz. Viele Burgen und Schlösser seien schon jetzt ein Minusgeschäft.

Ministerium: Wichtig für den Tourismus

Das rheinland-pfälzische Ministerium teilte auf SWR Anfrage mit, dass Burgen und Schlösser für Rheinland-Pfalz von besonderer Bedeutung, Teil des kulturellen Erbes und auch wichtig für den Tourismus seien. Private Eigentümer leisteten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Burgen und Schlösser für nachfolgende Generationen.

Der Bundestag befasst sich noch im September mit der Reform. Bis Jahresende muss sie beschlossen sein.

Marksburg (Foto: SWR)
Bei einem Treffen am Donnerstag auf der Marksburg in Braubach wollen Burg- und Schlossherren ihren Forderungen Nachdruck verleihen.
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