Loreley-Klinik Oberwesel (Foto: SWR)

Kreistag beschließt Resolution gegen die Pläne Kritik an geplanter Schließung der Loreley-Kliniken

Die geplante Schließung der Loreley-Kliniken in St. Goar und Oberwesel stößt auf Widerstand. Der Kreistag des Rhein-Hunsrück-Kreises hat eine Resolution dagegen verabschiedet, auch Oberwesels Bürgermeister protestiert.

Der Kreistag votierte einstimmig für die Resolution; den Entwurf hatten CDU und SPD gemeinsam vorbereitet. In dem Papier heißt es, der Kreistag missbillige die einseitige Entscheidung. "Die Handlungsweise und die Art der Entscheidung der Marienhaus Kliniken GmbH widersprechen den sozialen Zielsetzungen des Trägers". Es sei mit logischem Menschenverstand nicht zu erklären, dass man fünf Jahre die Zusammenlegung plane, um dann die baldige Schließung zu verkünden.

Bürgermeister: Entscheidung war vorschnell

Auch Politiker in St. Goar und Oberwesel übten Kritik. Die Entscheidung sei vorschnell getroffen worden. Noch im April sei eigentlich klar gewesen, dass beide Häuser zusammengelegt werden sollen, sagte Oberwesels Stadtbürgermeister Marius Stiehl (CDU) auf SWR-Nachfrage. Ein einzelnes Gutachten habe nun zum Umdenken geführt. Das könne er nicht verstehen, sagte der CDU-Politiker.

"Wirtschaftliche Interessen im Blick gehabt"

Stiehl bemängelt, dass der Krankenhausbetreiber kurz vor der Entscheidung nicht häufiger das Gespräch mit den anderen Gesellschaftern - der Verbandsgemeinde und den Städten Oberwesel und St. Goar - gesucht habe. Die Marienhaus GmbH habe bei der Entscheidung vor allem ihre wirtschaftliche Interessen im Blick gehabt, sagte Stiehl.

Dauer

Nach Angaben der Marienhaus GmbH wurden die rund 350 Mitarbeiter am Freitag bei einer Versammlung über die geplanten Schließungen informiert. Demnach hat der Träger entschieden, dass die Loreley-Klinik in St. Goar Ende 2019 geschlossen wird und die in Oberwesel im März 2020. Verantwortlich für das Ende der Kliniken sind nach Ansicht des Betreibers vor allem die von der Politik auf Bundesebene verschärften gesetzlichen Rahmenbedingungen. Die Marienhaus GmbH ist der Mehrheitsgesellschafter (55 Prozent) der beiden Kliniken am Mittelrhein.

Politiker geben Klinik noch nicht ganz auf

Die Politiker in St. Goar und Oberwesel wollen jetzt offenbar versuchen, die beiden Loreley-Kliniken doch noch zu retten. Am Dienstag wollen sich die beiden Stadtbürgermeister mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde St. Goar/Oberwesel, Thomas Bungert (CDU), treffen.

Nach Angaben von Bungert soll dabei das weitere Vorgehen für die außerordentliche Ratssitzung am Donnerstag und die Gesellschafterversammlung kurz danach besprochen werden. Sicher sei schon jetzt, dass alle übrigen Gesellschafter gegen die Schließung stimmen werden, sagte Bungert.

Ein starkes Signal an die Betreiber

Da die Marienhaus GmbH die Mehrheit der Anteile an den Krankenhäusern halte, könne man damit zwar nicht die Entscheidung an sich verhindern, sagte Bungert: "Aber wir wollen ein letztes, starkes Signal an den Betreiber senden."

Außerdem werde die Verbandsgemeinde ein neues Gutachten einfordern. Bislang gebe es nur ein einzelnes Gutachten, wonach die beiden Kliniken wirtschaftlich nicht mehr zu retten sind. Vor der außerordentliche Ratssitzung am Donnerstag haben Bürger außerdem eine Demo vor der Klinik in Oberwesel angekündigt.

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