Der Angeklagte vor Gericht, er hält sich eine Akte vor sein Gesicht, neben ihm sitzt sein Verteidiger. (Foto: SWR)

Anklage wegen versuchten Mordes Prozess in Koblenz um tödlichen Fahrradunfall

Im Januar starb zwischen Weitersburg und Höhr-Grenzhausen ein Radfahrer, nachdem er von einem Auto frontal erfasst worden war. Der Autofahrer flüchtete vom Unfallort, ohne dem Opfer zu helfen. Beim Prozessauftakt hatte der Angeklagte eine andere Erklärung.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Der Fahrradfahrer starb am Unfallort, auf der Kreisstraße 81, an seinen schweren Verletzungen. Laut Anklage übersah der Autofahrer den Radfahrer in einer Linkskurve und erfasste ihn. Der Autofahrer hatte den Angaben zufolge keinen gültigen Führerschein und das Auto war nicht für den Verkehr zugelassen.

Tatvorwurf versuchter Mord

Weil der Autofahrer weggefahren ist, ohne dem lebensgefährlich verletzten Radfahrer zu helfen, spricht die Staatsanwaltschaft von versuchtem Mord durch unterlassene Hilfeleistung. Die Staatsanwaltschaft geht deswegen von versuchtem Mord aus, weil nicht geklärt ist, ob das Unfallopfer bei sofortiger Hilfe überlebt hätte. Der Angeklagte sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

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Angeklagter spricht vor Gericht von einem Wildunfall

Vor Gericht sagte der Mann, er habe von dem Radfahrer nichts bemerkt. Zwar habe er einen Kollision bemerkt, doch er habe für sich damals das Unfallgeschehen mit einer Wildbegegnung mit einem Reh oder mit einem Wildschwein erklärt. Weiter sagte der Mann, er habe daraufhin kurz gehalten, die Tür geöffnet und nachgeschaut. Weil es aber spät abends und dunkel war, habe er nichts gesehen und sei weiter gefahren. Er glaubte nicht, dass er einen Radfahrer sterbend auf der Landstraße liegen gelassen hatte.

Ein Holzkreuz, im Hintergrund die langgezogene linkskurve, wo der Unfall geschah (Foto: SWR)
In Gedenken an den getöteten Radfahrer ist an der Kreisstraße zwischen Weitersburg und Höhr-Grenzhausen ein Holzkreuz aufgestellt.

Der Radfahrer war damals gegen die Windschutzscheibe des Autofahrers geprallt, die dabei auch zu Bruch gegangen war. Mit Hilfe von Fahrzeugteilen, die am Unfallort gefunden wurden, konnte die Polizei damals die Suche nach dem Auto und seinem Fahrer aufnehmen.

Ermittlungen gegen Sohn

Zu Beginn der Ermittlungen stand auch der Sohn des Angeklagten unter Verdacht, weil der Wagen zuletzt auf ihn zugelassen war. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ließ der Angeklagte die Ermittler einige Tage im Glauben , dass sein Sohn der Fahrer gewesen sei. Erst später klärte sich das auf. Gegen den Sohn laufen nun Ermittlungen, weil auch er als Besitzer des Wagens immer wieder ohne Zulassung und Versicherung gefahren sein soll.

Ein Urteil in dem Fall wird schon nächste Woche Montag erwartet.

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