Koblenzer Influencerin Vanessa Blumenthal vor dem Sitzungssaal des Koblenzer Landgerichts (Foto: SWR)

Landgericht Koblenz will weitere Beweise Noch kein Urteil im Influencer-Prozess

Der Prozess gegen die Koblenzer Influencerin Vanessa Blumenthal geht doch nicht wie erwartet zu Ende. Sie soll im sozialen Netzwerk Instagram Werbung veröffentlicht, diese aber nicht als solche gekennzeichnet haben.

Das Koblenzer Landgericht hat den Kläger - den "Verband Sozialer Wettbewerb" - nach eigenen Angaben darauf hingewiesen, dass ein Teil der Unternehmen, für die sie unerlaubt geworben haben soll, gar nicht existierten.

Frist bis 12. November

Für einen anderen Teil der Unternehmen habe es auf der Seite der beklagten Influencerin keine Verlinkung gegeben. Es seien aber immer noch Fälle von möglicher Werbung offen, die zu klären seien. Die Parteien haben nach Gerichtsangaben bis zum 12. November Gelegenheit, sich zu äußern sowie ergänzende Beweismittel vorzulegen.

Job: Influencer

Mal postet sie Fotos vom Pariser Eiffelturm, mal von einer Schlittschuhbahn in Stockholm. Aber auch Hochglanzaufnahmen von der Geierlay-Brücke im Hunsrück oder der Burg Eltz an der Mosel. Vanessa Blumenthal aus Koblenz ist Bloggerin. Mehr als 300.000 Menschen folgen ihrem Profil auf Instagram. Oft gibt sie auch Hinweise auf Modemarken, die sie in ihren Posts trägt.

Frau macht Selfie vor Tower Bridge in London (Foto: Imago, Westend61)
Influencer sind gut vernetzte Multiplikatoren, die durch ihre Popularität eine großen Einfluss auf ihre Fans, Follower, Freunde in den sozialen Netzwerken haben. Imago Westend61

Die Verlinkung zu Marken wurde vielen Influencern in diesem Jahr zum Verhängnis. In den sozialen Netzwerken fand ein regelrechter Kampf um echte und vermeintliche Schleichwerbung statt. Viele Influencer werden abgemahnt - so wie die Koblenzer Bloggerin Vanessa Blumenthal. Auch Prominente, wie zum Beispiel Cathy Hummels, Ehefrau von Fußballprofi Mats Hummels, standen vor Gericht.

Der Fall Pamela Reif

Das Karlsruher Landgericht hatte im März entschieden, dass Fitness-Bloggerin Pamela Reif Posts mit Verlinkungen zu Marken als Werbung kennzeichnen muss - auch dann, wenn sie für das Bild nicht bezahlt wird. Bisher hat Reif ihre Posts nur dann als Werbung gekennzeichnet, wenn sie explizit dafür bezahlt wurde. Ihrer Meinung nach sind alle andere Posts privat und damit nicht kennzeichnungspflichtig.

Influencerin Pamela Reif vor dem Landgericht Karlsruhe (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Influencerin Pamela Reif bei ihrem Prozess vor dem Landgericht Karlsruhe. Picture Alliance

"Indem die Nutzer durch nur zwei Klicks auf die Herstellerseite gelangen, werden Image und Absatz des jeweiligen Herstellers gefördert", hieß es in der Urteilsbegründung. Eine Kennzeichnung als Werbung sei auch deshalb nicht entbehrlich, weil nicht alle Follower den werblichen Charakter von Influencer-Profilen einschätzen könnten. Das gelte gerade für die teils sehr jungen Follower von Reif. Auch scheinbar private Posts würden immer dazu beitragen, das Image der Influencerin zu pflegen und somit ihre Geschäfte zu fördern.

Entscheidung vor Landgericht

Die Richter in Koblenz hatten im ersten Schritt des Prozesses um Vanessa Blumenthal entschieden, dass der "Verband Sozialer Wettbewerb" berechtigt ist, gegen die Influencerin zu klagen.

Der Verband beschuldigt die Koblenzerin, auf ihrem Profil im Sozialen Netzwerk Instragram auch Schleichwerbung zu veröffentlichen und hatte sie deswegen schon mit 55.000 Euro abgemahnt. Die Richter forderten jedoch vom Verband, dass er genauer erklärt, worin die Schleichwerbung genau besteht.

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