Anti-Atomwaffen-Plakate vor dem Koblenzer Landgericht (Foto: SWR)

Prozess in Koblenz Atomwaffengegner scheitern in Berufung

Sie waren 2016 in den Fliegerhorst in Büchel in der Eifel eingedrungen, um gegen die dort vermuteten US-Atomwaffen zu protestieren. Jetzt standen zwei Aktivistinnen erneut vor Gericht.

Die Jugendkammer des Landgerichts Koblenz verwarf am Donnerstag die Berufung der zwei Aktivistinnen. Die Vorsitzende Richterin Andrea Wild-Völpel sprach zwar von "ordentlichen jungen Menschen" und zeigte generell Verständnis für Proteste gegen Atomwaffen. Das Eindringen der beiden 20- und 22-jährigen Frauen in den Luftwaffenstützpunkt bleibe aber Hausfriedensbruch.

Friedensaktivisten protestieren vor dem Koblenzer Landgericht (Foto: SWR)
Zum Prozessbeginn protestierten Friedensaktivisten vor dem Koblenzer Landgericht

Berufung gegen Geldstrafe

Das Amtsgericht in Cochem hatte die insgesamt vier Aktivisten, die das Gelände in Büchel betreten hatten, zu Geldstrafen verurteilt. Dagegen legten zwei von ihnen Berufung ein. Während der Verhandlung hielten Atomwaffengegner eine Mahnwache vor dem Landgericht Koblenz ab.

Neuer Zaun geplant

Als Konsequenz aus dem Vorfall soll 2018 ein neuer Außenzaun gebaut werden, der schwerer zu überwinden sein soll. Das hatte das Verteidigungsministerium angekündigt. Dazu soll eine schon geplante Baumaßnahme der Nato kommen, die den Fliegerhorst zusätzlich besser absichern soll.

Friedensaktivisten gehen davon aus, dass US-Atomwaffen auf dem Stützpunkt lagern. Deren Existenz wird vonseiten der US-Streitkräfte und der Bundesregierung weder bestätigt noch dementiert.

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