Blick auf das Kurhaus und das Steigenberger Hotel in Bad Neuenahr-Ahrweiler (Foto: Imago, xblickwinkel S.xZiesex)

Investor überraschend abgesprungen Ärger um Kurgebäude in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Bad Neuenahr-Ahrweiler plant für die Landesgartenschau 2022 einige Gebäude im Kurpark abzureißen und neuzubauen. Jetzt wurde bekannt, dass der Investor von dem Projekt zurückgetreten ist.

Bis zur Landesgartenschau 2022 sollen nach Angaben von Bürgermeister Guido Orthen (CDU) unter anderem der Konzertsaal, die Heilwasserausgabe, die Touristeninformation und der Lesesaal in Bad Neuenahr-Ahrweiler neu gebaut werden. Die Neugestaltung der Kurparkgebäude sollte eigentlich die Aktiengesellschaft Bad Neuenahr als Investor übernehmen. Wie die Stadt allerdings am Montag mitteilte, sei die Aktiengesellschaft von dem Vorhaben zurückgetreten. Darüber sei die Stadtspitze bereits Anfang des Jahres informiert worden.

Dauer

Finanzierung und Zeitplan für Neubau unklar

Zurzeit prüfe die Stadt deshalb, wie sie den geplanten Neubau der Kurparkanlagen bis zur Landesgartenschau zum Teil noch umsetzen kann. Die alten öffentlichen Gebäudeteile sollen dafür bis auf die unter Denkmalschutz stehende Konzertmuschel abgerissen werden. Pläne für die Neubauten würden zurzeit überarbeitet. Die Finanzierung und der Zeitplan für den Umbau sind nach Angaben der Stadt aber noch unklar. Deshalb sei auch die Öffentlichkeit bislang nicht über die Pläne informiert worden.

Abriss bis zur Landesgartenschau steht für Stadt fest

Statiker haben nach Angaben der Stadt noch einmal bestätigt, dass die alten Gebäude in den Kurparkanlagen marode seien. Deshalb sollen sie in jedem Fall bis zur Landesgartenschau abgerissen werden. Die Genehmigung dafür liegt bereits vor. Eventuell würden zur Gartenschau auch nur vorübergehend provisorische Gebäude aufgestellt, so der Bürgermeister.

Kurparkanlagen in Bad Neuenahr-Ahrweiler Bröckelnde Fassaden im Kurpark

Kurparkanlagen Bad Neuenahr-Ahrweiler (Foto: SWR)
Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler plant, die öffentlichen Gebäudeteile im Kurpark bis zur Landesgartenschau 2022 abzureißen und wenn möglich selbst neu zu bauen. Der geplante Investor ist Anfang des Jahres abgesprungen. Bild in Detailansicht öffnen
Der Konzertsaal und andere Gebäude sind laut Gutachtern der Stadt so marode, dass sie nicht mehr zu retten sind. Die unter Denkmalschutz stehende Konzertmuschel soll bleiben. Bild in Detailansicht öffnen
An vielen Stellen im Kurpark bröckelt der Beton. Bild in Detailansicht öffnen
Mit Gittern sind die verfallenen Wandelgänge teilweise abgesperrt. Netze verhindern, dass der Putz auf den Boden fallen kann. Bild in Detailansicht öffnen
Stützen verhindern im Konzertgebäude den befürchteten Zusammenbruch. Bild in Detailansicht öffnen
Vertreter der Bürgerinitiative "Lebenswerte Stadt" wollen die Gebäude im Bauhausstil aus den 30er Jahren wegen ihrer Einmaligkeit in Rheinland-Pfalz teilweise erhalten. Bild in Detailansicht öffnen
Dieses Gebäude aus den 70er Jahren soll nun doch stehen bleiben, nachdem der Investor für die Neugestaltung des Kurparks das Projekt Anfang des Jahres aufgegeben hat. Bild in Detailansicht öffnen

Bürgerinitiative fordert Erhalt von Gebäudeteilen

Vertreter der Bürgerinitiative "Lebenswerte Stadt" kritisieren die Abrisspläne. Sie fordern, dass unter anderem Teile der Trink- und der Konzerthalle erhalten bleiben sollen. Ein Sprecher sagte, die Bürgerinitiative habe die Stadt darüber informiert, dass Stiftungen für den Denkmalschutz dann wahrscheinlich den teilweisen Erhalt der Gebäude finanziell unterstützen würden. Vom Bürgermeister heißt es dazu aber, die Stadt könne die Bedingungen für eine solche Denkmal-Förderung nicht erfüllen. Die Gebäude im Bauhausstil aus den 30er Jahren seien inzwischen zu marode.

Zeit bis zur Landesgartenschau wird knapp

Wie die Stadt den Abriss und den Neubau allerdings bis zur Landesgartenschau in drei Jahren schaffen will, ist derzeit noch völlig unklar. Zum einen fehlt es ihr an Geld und einem neuen Investor zum anderen wird langsam auch die Zeit knapp.

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