Brücke über Wasser (Foto: Pressestelle MWVLW)

Infoveranstaltung im Rhein-Lahn-Kreis Mittelrheinbrücke - wie geht's weiter?

Innenminister Lewentz hat Bürger im Rhein-Lahn-Kreis zum Stand der Pläne für eine mögliche Mittelrheinbrücke zwischen Sankt Goarshausen und Sankt Goar informiert.

Für die Menschen im Mittelrhein ist es seit Jahrzehnten ein Thema: Der mögliche Bau einer Brücke über den Rhein, die die Gemeinden des Rhein-Lahn-Kreises und des Rhein-Hunsrück-Kreises miteinander verbinden könnte. Bei der Veranstaltung in Bornich ging es auch um die Forderung des Landrates des Rhein-Hunsrück-Kreises, Marlon Bröhr, das Raumordnungsverfahren bis nach Bingen auszuweiten. Die Aufregung über Bröhrs Vorstoß war groß bei den rund 100 Besuchern, die zur Infoveranstaltung der Bürgerinitiative ProBrücke gekommen waren.

Bürger fürchten Verzögerungen

Eine Brücke in Bingen würde den Menschen im Rhein-Lahn-Kreis nichts bringen, hieß es von Teilnehmern. Viele sorgten sich, dass der Vorschlag des Landrats den Start der weiteren Planungen verzögern könnte. Innenminister Lewentz betonte, dass Landrat Bröhr die Zustimmung des Kreistages benötige, um eine Änderung des Raumordnungsverfahrens voranzubringen. Ob er diese bekommen würde ist unklar. Zuletzt hatten sich SPD, FDP und Freie Wähler im Rhein-Hunsrück-Kreis für das Verfahren bei St. Goar eingesetzt.

Roger Lewentz diskutiert mit Männern in Saal (Foto: SWR)
Die Bürger in Bornich geben die Hoffnung nicht auf, dass die Mittelrheinbrücke irgendwann Realität wird.

Seit Jahren wird über den Bau einer Mittelrheinbrücke diskutiert. Erstmals vorgestellt wurde die Idee vom Bundesverkehrsministerium 1969. Seitdem wird die Brücke immer wieder gefordert, beziehungsweise verworfen oder eine Entscheidung vertagt. Im Koalitionsvertrag der Landesregierung hatte man sich geeinigt, doch der Streit über die Finanzierung dauert an. Dabei geht es um die Einstufung der Brücke als kommunales oder als Landesprojekt. Daran aufgehängt ist unter anderem die Kostenverteilung.

Befürworter vs. Gegner

Befürworter wollen die Brücke, um von der einen auf die andere Rheinseite zu kommen. Aktuell seien zu lange Umwege oder die Nutzung von Fähren nötig, sagen sie. Eine Brücke könne die Wirtschaft in der Region stärken und dem Wegzug aus der Region entgegenwirken. Natur- und Kulturschützer sind gegen die Brücke. Sie befürchten, dass eine Querung durch das Mittelrheintal die Landschaft zu stark verändern würde.

STAND