Das Bild von Katharina Kasper prangt zur Heiligsprechung am Petersdom (Foto: SWR)

Heiligsprechung von Katharina Kasper in Rom Bistum Limburg hat erste Heilige

Papst Franziskus hat die aus dem Westerwald stammende Nonne Katharina Kasper in Rom heilig gesprochen. Limburgs Bischof Georg Bätzing bezeichnete die Würdigung als "Geschenk".

Franziskus nahm die Zeremonie am Sonntagmorgen auf dem Petersplatz vor. Katharina Kasper (1820-1898) hatte versucht, im 19. Jahrhundert im Westerwald die Not der Bevölkerung zu lindern und war vor 40 Jahren bereits selig gesprochen worden. Sie wurde gemeinsam mit dem 1978 verstorbenen Papst Paul VI. und dem 1980 in El Salvador ermordeten Oscar Romero heilig gesprochen.

Zu ihrer Heiligsprechung sind nach Angaben des Bistums Limburg, das sich auf rheinland-pfälzisches und hessisches Gebiet erstreckt, etwa 1.500 Pilger angereist. Auch der Limburger Bischof Georg Bätzing nimmt an den Feierlichkeiten teil.

Bätzing: Heiligsprechung ist Geschenk

Bätzing bezeichnete die Heiligsprechung in einem Schreiben an die Gläubigen des Bistums als "ein großartiges Geschenk". Damit würdige die Kirche das "Lebens- und Glaubenszeugnis" der Ordensschwester und schenke ihr weltweit Beachtung. Am Montag will er mit seinem Amtsvorgänger Franz-Peter Tebartz-van Elst einen Dankgottesdienst zur Heiligsprechung in Rom halten.

Papst: "Reichtum ist gefährlich"

Papst Franziskus nutzte die Heiligsprechung, um Geldgier und Machtstreben anzuprangern. "Wo das Geld im Mittelpunkt steht, gibt es keinen Platz für Gott und auch keinen Platz für den Menschen", sagte Franziskus. Reichtum sei "gefährlich". "Das Problem liegt auf unserer Seite: unser Zuviel-Haben, unser Zuviel-Wollen erstickt unsere Herzen und macht uns unfähig zu lieben." Die Menschen müssten "die Sehnsucht nach Status und Macht" loslassen.

Kerstin Schäfer und ihr Mann Sebastian sind aus dem Westerwald zur Heiligsprechung von Katharina Kasper angereist (Foto: picture-alliance / dpa)
Kerstin Schäfer und ihr Mann Sebastian sind aus dem Westerwald angereist

Wunderheilung eines indischen Unfallopfers

Den Prozess der Heiligsprechung hatte Tebartz van-Elst 2012 angestoßen. Ausschlaggebend für die Heiligsprechung war ein Heilungswunder in Indien. Dort war ein Mann nach einem Unfall für hirntot erklärt worden. Die Dernbacher Schwestern hatten für ihn gebetet und Kathrina Kasper angerufen, woraufhin der Mann überraschend geheilt worden sei. Nach Prüfung durch die römische Kongregation für die Selig- und Heiligsprechung erkannte Papst Franziskus dieses Wunder im März dieses Jahres offiziell an.

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" trug das Bistum Limburg die Kosten für den Antrag der Heiligsprechung. Für Anwaltskosten und Gebühren an den Vatikan fielen demnach in der Vergangenheit für Antragsteller zwischen 50.000 und 250.000 Euro an. Erst seit 2016 gelten neue Normen, die die Kosten reduzieren sollen.

Orden im Dienste der Armen und Kranken

Maria Katharina Kasper wuchs in Dernbach als eines von acht Kindern eines Landwirtes in ärmlichen Verhältnissen auf. 1851 gründete sie zusammen mit weiteren Frauen einen Verein für Kranken- und Altenpflege. Der wurde später in die Gemeinschaft der Armen Dienstmägde Jesu umgewandelt und vom Vatikan anerkannt.

Der Orden der Dernbacher Schwestern hat heute etwa 700 Mitglieder, die in Asien, Afrika, Latein- und Südamerika, in Europa und den USA leben. Sie arbeiten beispielsweise in den Armenvierteln in Indien und unterrichten Kinder. Außerdem setzen sie sich dafür ein, dass Mädchen in Südamerika von der Straße geholt werden und eine Schulbildung bekommen. Zudem kümmern sich die Schwestern um Aidskranke und Drogenabhängige.

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Sendedatum
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19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP
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