Aus für Loreley-Kliniken am Mittelrhein Krankenhausträger gibt Bundesregierung die Schuld

Das ist eine Hiobsbotschaft für den Mittelrhein: Die beiden Standorte der Loreley-Kliniken in St. Goar und in Oberwesel werden geschlossen. Die Gesellschafter sehen die Schuld bei der Bundespolitik.

Verantwortlich für das Ende der Loreley-Kliniken sind nach Ansicht der Gesellschafter die von der Politik auf Bundesebene verschärften gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor allem für kleine Kliniken. Als Beispiel wurden neue Vorgaben bei der Notfall-Versorgung und beim Personalschlüssel in der Pflege genannt. Dazu kämen die überproportional gestiegenen Tariflöhne und die verstärkten Prüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen, die die Loreley-Kliniken letztlich in die Knie gezwungen hätten.

Dauer

Nach Angaben der Marienhaus GmbH wurden die rund 350 Mitarbeiter am Freitag bei einer Versammlung über die geplanten Schließungen informiert. Demnach hat der Träger entschieden, dass die Loreley-Klinik in St. Goar Ende 2019 geschlossen wird und die in Oberwesel im März 2020. Die Marienhaus GmbH ist der Mehrheitsgesellschafter der beiden Kliniken am Mittelrhein.

"Bittere Entscheidung"

In einer Pressemitteilung der Marienhaus GmbH heißt es wörtlich: "An dieser bitteren Entscheidung führt kein Weg vorbei." Das Seniorenzentrum werde auf alle Fälle weitergeführt und parallel zur Schließung der Loreley-Kliniken das Heilig-Geist-Hospital in Bingen gestärkt.

Gutachter: Keine Variante ist wirtschaftlich

Nach Angaben eines Sprechers hatte eine externe Wirtschaftsprüfung ergeben, dass keine der geplanten Varianten wirtschaftlich tragfähig gewesen wäre, um die Standorte zu retten – unter anderem war immer wieder eine Zusammenlegung beider Kliniken an einem Standort im Gespräch.

Doch nach Angaben der Marienhaus GmbH kommt der Gutachter zu dem Schluss, dass sich die lange favorisierte Zusammenlegung in Oberwesel selbst dann nicht rechnet, wenn der Umbau komplett vom Land bezahlt würde und der Eigenanteil der Klinik in Millionenhöhe entfiele.

Nach der Schließung der Loreley-Kliniken in St. Goar und Oberwesel müssen die Menschen am Mittelrhein weite Wege in Kauf nehmen: Die nächsten Krankenhäuser liegen unter anderem in Boppard, Bingen oder in Simmern.

Reaktion aus Mainzer Gesundheitsministerium

In einer ersten Reaktion teilte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) mit, der Landesregierung sei es wichtig, dass die Zukunft der Mitarbeiter gut geregelt werde. "Die Landesregierung erwartet vom Träger der beiden Standorte, dass den Beschäftigten zeitnah Perspektiven aufgezeigt werden. Das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie wird diesen Prozess eng begleiten." Gerade in ländlichen Gebieten sei der Wandel in der Krankenhaus-Landschaft nicht vermeidbar. Immerhin stünden mit den Kliniken in Bingen und Boppard gute Alternativen parat.

STAND