Eingangsschild zum Landgericht Koblenz (Foto: SWR)

Gute Chancen auf Schmerzensgeld Etappen-Sieg für Klägerin im Koblenzer "Fett weg"-Prozess

Eine junge Frau lässt eine "Fett weg"-Behandlung im Spa-Bereich eines Freizeitbads vornehmen - doch die hat fatale Folgen. Das Landgericht Koblenz hat in einer ersten Runde in dem Fall entschieden.

Dauer

Das Gericht hat entschieden, dass die Klage der Frau aus Saffig gerechtfertigt ist. Es sieht die Forderung auf Schmerzensgeld nach eigenen Angaben als berechtigt an. Die Frau aus Saffig hatte einen Frankfurter Gerätehersteller auf über 40.000 Euro Schmerzensgeld verklagt, nachdem sie schwere Verletzungen während einer Schönheitsbehandlung erlitten hatte. Wenn der Gerätehersteller nicht gegen diese Entscheidung vorgeht, ermittelt das Gericht in einem zweiten Schritt die Höhe des Schmerzensgeldes.

Kälte-Therapie versprach Fettpölsterchen zu vernichten

Kryolipolyse nennt sich die Methode, die die Frau aus Saffig im Kreis Mayen-Koblenz vor drei Jahren in einem Andernacher Bad in Anspruch nahm. Dabei sollten Fettpolster durch Einsatz von Kälte gezielt vernichtet werden.

Die Frau hoffte auf schlankere Oberschenkel. Sie hatte zuvor stark abgenommen und wollte den Effekt durch die Kältebehandlung unterstützen, bei der die Fettzellen auf Temperaturen unter minus vier Grad Celsius gekühlt werden.

Frau aus Saffig leidet noch immer unter den Folgen

Eine knappe Stunde sollte die Behandlung dauern. Kurz vor Ablauf der Zeit bekam die Frau aber starke Schmerzen. Der Grund: Das offenbar defekte Gerät hatte ihre Haut auf einer Fläche von 10 mal 15 Zentimetern bis auf den Muskel verbrannt. Anschließend musste sie deswegen drei Mal operiert werden, konnte deshalb ihren Beruf längere Zeit nicht ausüben. Noch heute leidet die Frau unter den Narben und unter Schmerzen.

Entschädigt wurde sie dafür nie. Denn niemand fühlte sich für den entstandenen Schaden verantwortlich. Weder der Lieferant des Gerätes noch der Verkäufer oder der Bad-Betreiber. Deshalb zog die Frau vor Gericht.

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