Demo in Oberwesel gegen Schließung der Loreley-Kliniken (Foto: SWR)

Geplante Schließung der Loreley-Kliniken Lautstarke Demo gegen Klinik-Aus

In Oberwesel haben am Donnerstagabend Bürger und Beschäftigte gegen die geplante Schließung der beiden Loreley-Kliniken demonstriert. Unterstützung bekamen sie von Politikern im Rhein-Hunsrück-Kreis.

Lautstark machten die Teilnehmer der Demonstration ihrem Ärger Luft. Nach Angaben der Polizei kamen rund 1.500 bis 1.600 Menschen und damit dreimal so viele, wie die Organisatoren erwartet hatten. Die anschließende Bürgerversammlung musste deshalb extra in eine größere Sporthalle in Oberwesel verlegt werden. Ab 17 Uhr war ein Teil der Innenstadt für die Demo gesperrt worden.

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Bürgerversammlung und Ratssitzung

Bei einer außerordentlichen Ratssitzung der Städte St. Goar und Oberwesel am späten Abend wurde zusammen mit der Verbandsgemeinde besprochen, ob und wie die Krankenhäuser möglicherweise doch noch gerettet werden könnten.

350 Mitarbeiter von Schließung betroffen

Der Betreiber der beiden Loreley-Kliniken hatte am vergangenen Freitag überraschend angekündigt, beide Häuser kurzfristig aus wirtschaftlichen Gründen zu schließen. Die etwa 350 Mitarbeiter seien ebenfalls an dem Tag bei einer Versammlung informiert worden, heißt es von der Marienhaus GmbH.

Demnach plant das Unternehmen die Loreley-Klinik in St. Goar Ende 2019 zu schließen, für das Krankenhaus in Oberwesel soll im März 2020 Schluss sein. Die Marienhaus GmbH ist der Mehrheitsgesellschafter (55 Prozent) der Kliniken am Mittelrhein. Die anderen Anteile halten die beiden Städte und die Verbandsgemeinde.

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Bürgermeister: Entscheidung war vorschnell

Die Bürgermeister von St. Goar und Oberwesel übten scharfe Kritik an der Entscheidung. Sie sei von den Verantwortlichen vorschnell getroffen worden. Noch im April sei eigentlich klar gewesen, dass beide Häuser zusammengelegt werden sollen, sagte Oberwesels Stadtbürgermeister Marius Stiehl (CDU) auf SWR-Nachfrage. Ein einzelnes Gutachten habe nun zum Umdenken geführt. Das könne er nicht verstehen, sagte der CDU-Politiker. Die Städte und die Verbandsgemeinde würden ein neues Gutachten einfordern.

Mit der Protestaktion am Donnerstagabend könne die Entscheidung zwar nicht rückgängig gemacht werden, sagte Verbandsbürgermeister Thomas Bungert: "Aber wir wollen ein letztes, starkes Signal an den Betreiber senden."

Widerstand auch im Kreistag

Nicht nur in den Kommunen regt sich Widerstand gegen die Entscheidung. Der Kreistag des Rhein-Hunsrück-Kreises verabschiedete am Montag einstimmig eine Resolution gegen das Klinik-Aus.

In dem Papier heißt es, der Kreistag missbillige die einseitige Entscheidung. "Die Handlungsweise und die Art der Entscheidung der Marienhaus Kliniken GmbH widersprechen den sozialen Zielsetzungen des Trägers". Es sei mit logischem Menschenverstand nicht zu erklären, dass man fünf Jahre die Zusammenlegung plane, um dann die baldige Schließung zu verkünden.

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