Der Kampfmittelräumdienst sprengt Nebelfässer aus dem 2. Weltkrieg. (Foto: Sascha Ditscher)

Vier Munitionsreste im Niedrigwasser des Rheins Nebelfässer in Vallendar gesprengt

Der Kampfmittelräumdienst hat am Sonntagmittag im Rhein bei Vallendar ohne Probleme vier Tarnnebelfässer aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Vorher mussten mehr als 40 Häuser evakuiert werden.

Am frühen Sonntagmittag hat der Kampfmittelräumdienst die vier sogenannten Nebelfässer in Vallendar (Landkreis Mayen-Koblenz) kontrolliert gesprengt. Sie waren im extremen Niedrigwasser des Rheins entdeckt worden und lagen auf einer Länge von etwa 1,4 Kilometern verteilt im Flussbett.

Vorher hatten rund 100 Bewohner ihre naheliegenden Wohnungen vorsorglich verlassen müssen. Die Evakuierung der 41 Häuser verlief ohne Probleme, sagte der Vallendarer Verbandsbürgermeister Fred Pretz dem SWR. Während der Sprengung wurden die B42 in Vallendar und die rechtsrheinische Bahnstrecke kurzfristig gesperrt. Güterzüge wurden über die linke Rheinseite umgeleitet.

Nebelfässer wurden früher mit Säure gefüllt

Am Donnerstag war das vierte Fass gefunden worden. Es lag im Rheinarm "Rothe Nahrung" zwischen den Inseln Graswerth und Niederwerth. Deshalb mussten auch Häuser auf der bewohnten Rheininsel Niederwerth evakuiert werden.

Die anderen drei Nebelfässer hatten Spaziergänger schon vorher im Niedrigwasser des Rheins bei Vallendar entdeckt. Nebelfässer wurden im Zweiten Weltkrieg benutzt, um sich durch dichte Nebelschwaden vor Angriffen von Flugzeugen zu schützen, die Bomben abwarfen. Solche Fässer waren mit einer Säure gefüllt, die explosionsartig reagiert, wenn sie mit Wasser in Berührung kommt.

Abtransport der Nebelfässer zu riskant

Der Kampfmittelräumdienst konnte nicht ausschließen, dass in den mehr als 70 Jahre alten Fässern im Rhein bei Vallendar noch gefährliche Säurereste vorhanden waren. Deshalb war der Abtransport zu riskant, sagen die Experten. Die Behälter wurden stattdessen gesprengt. Danach konnten die Anwohner wieder nach Hause zurück.

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