Der Steinkauz siedelt sich wieder im Neuwieder Becken an. (Foto: SWR)

Eulenart brütet nach 30 Jahren wieder Der Steinkauz ist zurück im Neuwieder Becken

Im Neuwieder Becken hat sich eine Eulenart angesiedelt, die schon seit vielen Jahren auf der Liste der gefährdeten Arten steht: der Steinkauz. Besonders sein Ruf eilt dem kleinen Vogel voraus.

Früher, als in den Obstgärten im Norden von Rheinland-Pfalz noch viele Steinkäuze heimisch waren, galt die kleine Eule bei vielen Menschen als unheimlich, erklärt Isabell Thomé vom Naturschutzbund NABU: "Der Steinkauz hat einen typischen Ruf, der sich anhört, wie 'Komm mit!' und deswegen haben die Menschen früher gedacht, er holt die Toten ab und führt sie in die Unterwelt." Ein gruseliger Ruf, der den Tieren heute zum Glück nicht mehr anhafte, sagt Thomé.

Ein putziger Vogel mit gelben Augen

Die junge Geo-Biologin freut sich über jeden Steinkauz, der sich in Neuwied heimisch fühlt. Nach 30 Jahren habe sich der Vogel endlich wieder angesiedelt: "Der Steinkauz ist ein ganz putziger Vogel, er ist nur 25 cm groß und hat geflecktes Gefieder und hat ganz tolle gelbe, große Augen."

Dauer

Steinkäuze brauchen knorrige Obstbäume

Ein Grund warum sich der Steinkauz bei uns nicht mehr so wohl fühlt wie früher, sind die fehlenden Streuobstwiesen mit ihren alten, knorrigen Bäumen. Denn genau die braucht das Tier, um zu brüten. Ein Steinkauz wählt genau, wo er leben will, sagt Thomé. Das Nest dürfe zum Beispiel nicht zu nah am Waldrand sein: "Da lauern die großen Verwandten Eule und Waldkauz. Büsche mag er auch nicht. Da ist die Gefahr viel zu groß, dass sich ein Marder anschleicht."

Für den Steinkauz kommen also nur freistehende Bäume auf alten Streuobstwiesen in Frage. Wer ihn dort hören will, muss Tricks anwenden. Isabelle Thomé spielt zum Beispiel gerne Steinkauzstimmen von einer CD ab, um die Tiere zu locken.

Aufruf an Obstwiesenbesitzer

Die Arbeit der Naturschützerin besteht vor allem darin, dem Steinkauz das Brüten so einfach wie möglich zu machen. Dafür bringt die Naturschützerin mit anderen NABU-Ehrenamtlichen Brutröhren an den Bäumen an. Und Thomé hofft, dass sich mehr Menschen melden, die eine Obstwiese besitzen: "Dann stellen wir gerne Brutröhren für den Steinkauz zur Verfügung."

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