Eine Gruppe Friedensaktivisten protestiert mit zahlreichen bunten Transparenten und Fahnen vor dem Fliegerhorst Büchel gegen Atomwaffen. (Foto: SWR)

Ehrung für Kampf für den Frieden Aachener Friedenspreis für Bücheler Atomwaffengegner

Der Aachener Friedenspreis ist an zwei Initiativen aus Rheinland-Pfalz verliehen worden. Beide haben sich dem Kampf gegen Atomwaffen verschrieben.

Ausgezeichnet wurden der "Initiativkreis gegen Atomwaffen in Büchel" und die Kampagne "Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt". Die Laudatio hielt die ehemalige Bundesjustizministerin und SPD-Politikerin Herta Däubler-Gmelin.

Für den Initiativkreis nahm Elke Koller die Auszeichnung entgegen, für die Kampagne "Büchel ist überall" wurde namentlich Marion Küpker geehrt. Das Thema Atomwaffen gehöre dringender denn je ganz oben auf die politische Agenda, erklärte der friedenspolitische Verein Aachener Friedenspreis.

Protestaktionen in Büchel seit 1996

Die beiden Frauen und ihre Mitstreiter setzten sich seit Jahren für einen Abzug der geschätzten 20 US-Atomwaffen ein, die auf dem Fliegerhorst in Büchel lagern sollen, erklärte der Aachener Friedenspreis. Seit 1996 finden in Büchel regelmäßig Protestaktionen statt. Dabei seien die Gruppen vor Ort Anfeindungen aus der Bevölkerung ausgesetzt, hieß es.

Auf dem Fliegerhorst arbeiten 1.000 Soldaten und rund 600 Zivilbeschäftigte. Mit der Auszeichnung wolle der Aachener Friedenspreis auch ein Signal an politisch Verantwortliche in Deutschland aussenden, erklärte der Verein. Angesichts des Endes des internationalen INF-Vertrags gegen Mittelstreckenraketen drohe ein erneuter atomarer Rüstungswettlauf. Es sei kein Tabu mehr, atomare Aufrüstung und sogar eine atomare Bewaffnung Deutschlands zu fordern, kritisierte der Verein.

Aktivistin Koller mit Theologin Käßmann in Büchel (Foto: SWR)
Anti-Atomwaffen-Aktivistin Elke Koller (links) hat die Auszeichnung entgegengenommen.

Koller erklärte, die Auszeichnung für ihre Kampagne setze ein wichtiges Zeichen gegen die Bedrohung durch das neue atomare Wettrüsten. Atomwaffen müssten endlich aus Deutschland und der Welt verschwinden, forderte sie laut Manuskript in ihrer Dankesrede. Küpker betonte: "Der Glaube an die nukleare Abschreckung führt nicht zu Sicherheit, sondern sie bringt die Welt in große Gefahr!"

Durch einen Unfall, ein Missverständnis oder militärische Muskelspiele könne jederzeit ein Atomkrieg beginnen, warnte sie laut Redetext.

Friedenspreis: Jeder kann Vorschläge einreichen

Der Aachener Friedenspreis wird seit 1988 jedes Jahr an Initiativen oder Persönlichkeiten verliehen, die sich für Frieden und Dialog zwischen Konfliktparteien einsetzen. Der gleichnamige friedenspolitische Verein entscheidet über Vorschläge, die jeder Interessierte einreichen kann.

Die Preisverleihung findet traditionell während eines Festakts in Aachen am 1. September statt, dem Internationalen Antikriegstag. Die Preise sind mit jeweils 2.000 Euro dotiert.

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