Diesen Wolf hat Revierförster Christof Hast am 2. Weihnachtsfeiertag 2018 auf dem Stegskopf fotografiert (Foto: Christof Hast, Revierförster der Bundesforsten auf dem Stegskopf)

Ehemaliger Truppenübungsplatz Stegskopf bei Daaden Wieder Wolf im Westerwald nachgewiesen

Bei Daaden im Kreis Altenkirchen ist wieder ein Wolf nachgewiesen worden: Das Foto hatte der Revierförster im Dezember 2018 bei einer Kontrollfahrt auf dem Stegskopf aufgenommen.

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf (DBBW) habe inzwischen bestätigt, dass es sich bei dem Tier auf dem Foto um einen Wolf handelt, heißt es vom Umweltministerium in Mainz. Damit verdichteten sich die Hinweise, dass sich auf dem früheren Truppenübungsplatz ein Wolf dauerhaft angesiedelt hat.

Ist der Wolf schon bekannt - oder nicht?

Auf dem Stegskopf wurde im Mai 2018 erstmals anhand von Fotos ein Wolf nachgewiesen. Im August wurde dann eine Kotprobe ausgewertet. Dabei wurde anhand der DNA festgestellt, dass es sich um ein junges weibliches Tier handelt, das aus Niedersachen in den Westerwald eingewandert ist. Noch ist unklar, ob dieses Tier auch auf dem neuen Foto zu sehen ist. Das könne nur ein erneuter genetischer Nachweis sicher feststellen.

Jetzt insgesamt 16 Wolfs-Nachweise im Land

Mit dem neuen Foto-Nachweis wurden bisher in 16 Fällen Wölfe in Rheinland-Pfalz nachgewiesen. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um sechs bis zehn einzelne Tiere. Da der Wolf eine hochmobile Art ist, hat das rheinland-pfälzische Umweltministerium im März 2018 ein gemeinsames Vorgehen zum Herdenschutz und Wolfsmanagement mit Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland beschlossen.

Dauer

Die Kooperationsvereinbarung umfasst die länderübergreifende Zusammenarbeit bei der Überwachung und dem Umgang mit Wölfen. Dazu gehört auch die mögliche gezielte Tötung von auffälligen Tieren sowie einen regelmäßigen Informationsaustausch.

Der im Jahr 2015 beschlossene Managementplan zum Umgang mit Wölfen in Rheinland-Pfalz sieht die Möglichkeit für Präventions- und Ausgleichsmaßnahmen vor. So werden etwa Schäden an Nutztieren zu 100 Prozent von der Landesregierung übernommen, wenn der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann.

"Der ehemalige Truppenübungsplatz Daaden bietet für den Wolf einen hervorragenden Lebensraum", sagte Harry Neumann, Landesvorsitzender des Umweltverbandes Naturschutzinitiative. Der Wolf als Leitart zeige an, dass dieses Gebiet zu Recht als Nationales Naturerbe ausgewiesen wurde und ein wichtiger Baustein für einen länderübergreifenden Biotopverbund sei. Die Landesregierung müsse die Region nun endlich als Naturschutzgebiet auszuweisen, forderte der Umweltverband.

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