Loreley-Klinik Oberwesel (Foto: SWR)

Drohende Klinik-Schließung am Mittelrhein Marienhaus würde Anteile an Loreley-Kliniken abgeben

Die Marienhaus GmbH hat der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel angeboten, ihre Anteile an den beiden von der Schließung bedrohten Loreley-Kliniken abzugeben. Das geht aus einem Schreiben an die Bürgermeister hervor, das dem SWR vorliegt.

Im Moment hält die Marienhaus GmbH mit 55 Prozent die Mehrheit der Anteile an den Loreley-Kliniken und wäre bereit, für einen symbolischen Preis von einem Euro alle Anteile an die Gemeinden abzugeben. Damit könnten die Gemeinden die Kliniken in Eigenregie betreiben.

Verbandsbürgermeister ist skeptisch

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Thomas Bungert (CDU), hält von diesem Vorschlag allerdings wenig. Damit gebe die Marienhaus GmbH den "Schwarzen Peter" an die Gemeinden weiter und ziehe sich selbst aus der Verantwortung, sagte Bungert auf SWR Anfrage. Völlig ausschließen wollte er diese Variante allerdings nicht. Inzwischen sei alles denkbar, so der Verbandsbürgermeister wörtlich. Letztlich ginge es ausschließlich darum, die beiden Kliniken zu retten. Außerdem wäre eventuell die Suche nach einem anderen Betreiber einfacher, wenn die Gemeinde selbst alle Anteile halte.  

Suche nach anderen Betreibern

Momentan würden mögliche Betreiber gesichtet. Dabei helfe es sehr, dass die Landesregierung bereit sei, die schon bewilligten 22 Millionen Euro Fördergelder auch einem anderen Betreiber zur Verfügung zu stellen. Dies sei ein starkes Signal an potentielle Interessenten, so Bungert.

Gutachten soll nochmal geprüft werden

Im gleichen Schreiben bietet die Marienhaus GmbH auch an, das Gutachten zur Zukunft der beiden Klinikstandorte bis Ende November noch einmal überprüfen zu lassen. Nach diesem Gutachten lohnt sich der Betrieb der beiden Loreley-Kliniken wirtschaftlich nicht mehr. Deshalb hatte sich die Marienhaus-Gruppe für die Schließung der beiden Standorte entschieden. Das hatte für viel Kritik gesorgt.

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