Der Standort der Loreley-Klinik in Oberwesel soll im März 2020 geschlossen werden. (Foto: SWR)

Drohende Klinik-Schließung am Mittelrhein Bürgermeister bietet Million zur Rettung der Loreley-Kliniken

Die Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel würde vorübergehend eine Million Euro zur Verfügung stellen, um Defizite der Loreley-Kliniken auszugleichen. Das sagte der Verbandsbürgermeister bei einer SWR-Veranstaltung in St. Goar.

Bei der Veranstaltung von SWR4 Klartext diskutierten Politiker und Mediziner zusammen mit dem Betreiber der Loreley-Kliniken darüber, ob und wie beide Häuser zu retten sind. Verbandsbürgermeister Thomas Bungert (CDU) machte das überraschende Angebot, beide Kliniken vorläufig mit einer Million Euro zu unterstützen.

Zeitgewinn für Träger-Suche

Nach Angaben von Bungert könnte die Marienhaus GmbH auf dieses Geld zurückgreifen, wenn beide Häuser im nächsten Jahr tatsächlich Verlust machen. Das hatte ein Gutachten ergeben, woraufhin die Marienhaus GmbH das Ende beider Häuser beschlossen hatte. Mit dem zusätzlichen Geld könnten Verluste ausgeglichen werden, was das wirtschaftliche Risiko eliminieren würde, so Bungert. Ziel des Angebots sei, mehr Zeit zu gewinnen, um zum Beispiel einen neuen Träger zu finden.

Skeptische Reaktion der Marienhaus GmbH

Ein Sprecher der Marienhaus GmbH reagierte mit Skepsis auf das Angebot, kündigte aber an, weiter Gespräche mit allen Beteiligten führen zu wollen. Er hatte sich im Laufe der Veranstaltung sehr bemüht, die Entscheidung für die Schließung der beiden Kliniken zu rechtfertigen. Er zeigte sich allerdings auch wenig kompromissbereit und verwies auf die generell schwierige Situation für kleinere Krankenhäuser auf dem Land.

Fünf Anfragen von möglichen Betreibern

Am Freitag teilte Verbandsbürgermeister Bungert dem SWR mit, es seien bei ihm schon fünf konkrete Anfragen von möglichen neuen Betreibern der Kliniken eingegangen. Mit diesen Interessenten sollen jetzt Gespräche geführt werden, um herauszufinden, welche Pläne sie für die beiden Standorte haben. Das erste Gespräch sei bereits für nächsten Montag geplant, sagte Bungert.

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