Studierende der Universität Koblenz-Landau sitzen im großen Hörsaal der Hochschule (Foto: dpa Bildfunk)

Neuordnung der Hochschul-Landschaft Universität Koblenz-Landau trennt sich

Die Aufspaltung der Universität Koblenz-Landau ist beschlossen. Das Wissenschaftsministerium plant, den Standort Landau mit der TU Kaiserslautern zu fusionieren. In Koblenz soll eine eigenständige Uni entstehen. Die Pläne gefallen nicht allen.

Der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) gab die Pläne am Dienstagnachmittag auf einer Pressekonferenz bekannt. Der Ministerrat habe der Umstrukturierung zugestimmt. 2024 soll auch die zentrale Verwaltung der Uni Koblenz-Landau von Mainz in die jeweiligen Standorte gezogen sein.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Eigenständige Universität Koblenz

Der Koblenzer Oberbürgermeister David Langner (SPD) begrüßte die Trennung. Die Fachbereiche, die sich derzeit in Koblenz befänden, blieben auch weiterhin dort, sagte er dem SWR. Außerdem werde jetzt darüber nachgedacht, das Angebot der Uni Koblenz auszubauen. Möglich wäre eine Stärkung der Bereiche Informatik oder Lehramt, so Langner. Im Moment sind in Koblenz über 8.000 Studenten eingeschrieben, fast genau so viele wie in Landau.

Die eigenständige Universität Koblenz ist eine große Chance für Koblenz und die Region.

David Langner, Oberbürgermeister von Koblenz

TU Kaiserslautern und Uni Landau fusionieren

Ab dem Wintersemester 2022 sollen die Universitäten vollständig umstrukturiert sein. Wie die Uni in der Pfalz heißen soll, ist noch nicht bekannt.

Der Kaiserslauterer Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) reagierte verhalten optimistisch auf die Entscheidung des Ministerrats. Er sagte, es gebe durchaus Chancen - aber auch Risiken. Er sehe die Technische Universität als Jobmotor. Wichtig sei es, die Angebote der beiden Standorte so zusammenzuführen, dass alle davon profitierten. Der Zusammenschluss biete aber auch die Chance, in der Metropolregion Rhein-Neckar vertreten zu sein.

"Gemeinsames Profil herausarbeiten"

Der Landauer Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU) sagte dem SWR, Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) habe ihm versichert, der geplante Zusammenschluss der Hochschule Landau mit der Technischen Universität Kaiserslautern sei kein Sparmodell. Ziel sei, die individuellen Stärken beider Universitätsstandorte zu fördern und gleichzeitig ein gemeinsames Profil herauszuarbeiten.

Der Präsident der TU Kaiseslautern spricht von deutlich mehr Aufwand in den Bereichen Lehre, Forschung und Verwaltung. Dafür seien ausreichende finanzielle Mittel vom Land nötig. Ziel müsse es sein, das Studienangebot in bisheriger Form aufrechtzuerhalten und langfristig auch zu erweitern.

Kritik vom AStA und von der GEW

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der TU Kaiserslautern kritisierte die Pläne des Wissenschaftsministeriums. Die Fusion mit der Uni Landau sei eine Zwangsheirat, die den Standort Kaiserslautern schwächen könne. Der Allgemeine Studierendenausschuss am Campus Koblenz fordert, besser in künftige Entscheidungen zur Neuausrichtung der Universität mit einbezogen zu werden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Rheinland-Pfalz (GEW) bezeichnete die Pläne als "schwer nachvollziehbar". Sie seien nicht ausreichend durchdacht, was die Chancen und Risiken betreffe. Ebenso seien die Vorteile der Strukturveränderung nur schwer zu erkennen. Nach Ansicht der GEW ist die Universität Koblenz-Landau ein Erfolgsmodell, vor allem in der Lehramtsausbildung. Es bestehe die große Gefahr, dass der Umbau zu einer Verschlechterung führen könnte, wenn nicht deutlich mehr finanzielle Ressourcen als bisher zur Verfügung gestellt werden.

Expertenbericht zur Weiterentwicklung der Hochschulen

Staatssekretär Salvatore Barbaro (SPD) hatte am vergangenen Freitag im Landtagsausschuss berichtet, dass die Landesregierung in der Endabstimmung sei. Vorausgegangen war ein Bericht von Experten samt Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Hochschulen. Sie hatten diese ein Jahr lang analysiert und sahen unter anderem Nachholbedarf bei Kooperationen, um Hochschulen wettbewerbsfähiger zu machen. Ein weiterer Rat der Expertenkommission an das Land war, eine Gesamtstrategie zu erarbeiten, um mehr internationale Studierende nach Rheinland-Pfalz zu holen.

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