Simmerns Bürgermeister Andreas Nikolay mitten auf den überwucherten Gleisen der Bahn (Foto: SWR)

Bürgermeister von Simmern fordert Entscheidung "Gebt uns die Hunsrückbahn - oder das Gelände"

Seit 1985 fahren keine Züge mehr durch Simmern. Die Gleise in der Stadt verbuschen immer mehr. Viele Bürger sind sauer, sie glauben nicht mehr an die Reaktivierung der Hunsrückbahn.

Wer sich in Simmern im Hunsrück unter den Bürgern umhört, trifft auf tiefsitzenden Frust. Kaum jemand glaubt noch daran, dass die seit Jahren von der Landespolitik versprochene Reaktivierung der Hunsrückbahn jemals kommen wird. Simmerns Bürgermeister Andreas Nikolay und der Stadtrat würden das Infrastrukturprojekt uneingeschränkt begrüßen. Denn so, wie es momentan ist, kann es nicht weiter gehen, sagt Andreas Nikolay.

Das dichte Grün ist ein ideales Versteck auch für Drogenhändler (Foto: SWR)
Das dichte Grün war ein ideales Versteck auch für Drogenhändler

Schon seit acht Jahren soll die Hunsrückbahn eigentlich Passagiere zum nahe gelegenen Flughafen Hahn bringen. Deshalb wurden die Bahngleise mitten in der Stadt bislang auch nicht abgebaut. Doch das hat einen hohen Preis. Ein undurchdringliches Dickicht  aus Buschwerk, Bäumen und verfallenen Gebäuden zieht hier nach Meinung des Bürgermeisters nicht nur Tiere, sondern auch die Kriminalität an, etwa Drogenhändler und ihre Kunden.

"Hier kann man sich wunderbar verstecken. Hier war ein ganz schlimmer Drogenumschlagplatz."

Andreas Nikolay

Doch bislang ist nichts passiert, der Stillstand geht weiter. Im hellen Sonnenschein leuchten die überwuchterten Gleise zwar idyllisch grün, im Herbst und Winter habe das aber eine ganz andere Wirkung auf die Menschen in Simmern, sagt Bürgermeister Andreas Nikolay. "Hier gehen Kinder zur Schule, Menschen zur Arbeit. Das ist doch kein Zustand für eine Stadt."

Simmerns Bürgermeister Andres Nikolay mitten auf den zugewucherten Bahngleisen (Foto: SWR)
Statt des mannhohen Grüns könnten hier auch Neubauten stehen, bedauert Simmerns Bürgermeister Andreas Nikolay

Dabei gäbe es, so Nikolay, für den dschungelartigen Grüngürtel so viele Verwendungszwecke. Es gebe Investoren, die sofort Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser bauten wollten. Doch der Stadt seien planerisch die Hände gebunden. Dabei propagiere das Land doch die Entwicklung brach liegender Flächen in den Kommunen. Das Land müsse deshalb endlich entscheiden, wie es mit der geplanten Reaktivierung der Hunsrückbahn weiter gehe.

"Entweder gebt uns die Bahn - oder das Gelände."

Andreas Nikolay

Doch die Landesregierung wiegelt beim Thema Hunsrückbahn nocht ab. In einer Antwort an den SWR heißt es, die Reaktivierung sei noch in der Planungsphase - und die dauere durch die vielen Einwendungen von Betroffenen erheblich länger als zunächst geplant. Wie lange noch? Das sei derzeit unabsehbar, heißt es.

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