Mehrere Kisten mit beschlagnahmten Steinpilzen (Foto: Polizeiinspektion Boppard)

Polizei ermittelt wegen Ordnungswidrigkeit Pilzsammler im Hunsrück mit 19 Kilo erwischt

Ein Pilzsammler hatte bei Perscheid doppelt Pech: Erst verursachte er mit seinem Auto eine kilometerlange Ölspur, dann fand die Polizei im Kofferraum viel mehr Pilze als erlaubt.

Autofahrer riefen am späten Sonntagnachmittag die Polizei wegen einer fast zwei Kilometer langen Ölspur zwischen Perscheid und Wiebelsheim im Hunsrück. Kurze Zeit später fanden sie den Verursacher - er war mit seinem kaputten Wagen im Industriegebiet in Wiebelsheim liegengeblieben.

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18:45 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Steinpilze - besonders geschützt

Als die Beamten den Fahrer befragten, verstrickte er sich in Widersprüche. Deshalb kontrollierten die Polizisten seinen Wagen - und fanden im Kofferraum 19 Kilogramm Pilze, darunter auch besonders geschützte Steinpilze.

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18:45 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Erlaubte Menge liegt bei zwei Kilo

Der Sammler behauptete, er habe die vielen Pilze nur für sich selbst und seine Verwandten gesammelt, ausschließlich zum Eigenverzehr. Doch die Menge, die er im Wald im Hunsrück gesammelt hatte, liegt deutlich über der gesetzlich erlaubten Freimenge: Die liegt nach Angaben der Polizei Boppard bei zwei Kilo. Den fleißigen Sammler erwartet jetzt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.

"90 Prozent der Sammler halten sich an Regeln"

Solche Fälle sind aber nach Meinung von Axel Henke, Forstamtsleiter im Forstamt Boppard, die Ausnahme. "90 Prozent der Pilzsammler bei uns in der Mittelrhein-Region gehören zur lokalen Bevölkerung, und die halten sich an die Regeln für den Eigenbedarf", so Henke im SWR. Allerdings gebe es dieses Jahr besonders viele Pilze, das locke leider auch illegale Pilzsammler an.

Das Problem dabei ist laut Henke nicht nur, dass überdurchschnittlich viele Pilze im Wald fehlen. Durch den massiven Pilzklau werde außerdem direkt in das Ökosystem des Waldes eingegriffen: "Teilweise werden die Pilze komplett aus der Erde gerissen. Die Bäume haben dadurch weniger Nährstoffe, weil die Myzelien, quasi die Pilzwurzeln, mit den Bäumen in einer Symbiose leben. Außerdem wird auch mit dem Auto durch den Wald gefahren, das beunruhigt natürlich die Wildtiere", so Forstamtsleiter Henke im SWR.

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